20.12.2019

Meisterwerke gegen den Klimawandel

Das Museo del Prado in Madrid und der World Wildlife Fund (WWF) zeigen nach der enttäuschend verlaufenen UN-Klimakonferenz 2019 in Spanien anhand von Meisterwerken die Folgen des Klimawandels: Bekannte Gemälde wurden digital so verändert, dass sie eine zukünftige, durch Untätigkeit zerstörte Welt widerspiegeln. Steigende Meeresspiegel, ausgetrocknete Flüsse und Flüchtlingslager verwandeln Werke von Goya, Velàzquez und Sorolla in eine Kampagne zur Rettung der Umwelt.

Die Gemälde sind Ikonen der spanischen Kunst, die (zumindest in Spanien) jedes Kind kennt: Felipe IV hoch zu Ross auf einem Bild von Diego Velázquez, «El quitasol» (der Sonnenschirm) von Francisco Goya und «Chicos en la playa» (Kinder am Strand) von Joaquín Sorolla sowie «El paso de la laguna Estigia» (Überfahrt in die Unterwelt) von Joachim Patinir. Spezialisten des Museums und des spanischen WWF haben aus Anlass der Klimakonferenz in Spanien die Bilder so verändert, dass sie die Folgen des Klimawandels illustrieren. Das Projekt trägt den Titel «+ 1,5ºC Lo Cambia Todo», also etwa «+ 1,5ºC verändert alles». Die veränderten Arbeiten wurden auf Plakatwänden in Madrid installiert und online mit dem Hashtag #LoCambiaTodo als Möglichkeit zur Erweiterung und Weiterführung politischer und gesellschaftlicher Gespräche durch Kunst verbreitet.

Das Originalbild «El paso de la laguna Estigia» (Überfahrt in die Unterwelt) des flämischen Malers Joachim Patinir
Und so sieht laut den Experten des WWF die Landschaft nach dem Klimawandel aus.

«Für das Museum stelle dieses Projekt eine Gelegenheit dar, die Kunst und ihre Werte weiterhin in den Dienst der Gesellschaft zu stellen», erklärte Javier Solana, Präsident des Royal Board of Trustees von Prado, in einer Erklärung. «Der symbolische Wert der Meisterwerke und die beeindruckende künstlerische Überarbeitung, die wir mit dem WWF präsentieren, ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, allen und vor allem den jungen Generationen zu vermitteln, was in diesem Kampf gegen den Klimawandel wirklich auf dem Spiel steht.»

Aus medialer Sicht sind die Bilder ein gutes Beispiel dafür, wie digitale Medienkunst, klassische Malerei und moderne Plakatkunst sich kreativ vereinen. Zu sehen sind die digital bearbeiteten Bilder auf den Seiten des WWF Spanien:

https://updates.panda.org/wwf-and-the-prado-museum-join-forces



Publiziert von Mathias Zehnder am 20.12.2019 11:33 in Lesen, Nachdenken, Sehen


Keywords: [Gesellschaft] [Kinder] [Medienkunst]


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