15.08.2019

Virtual Reality: «Whiteout» und die «Actor and Avatar Conference» in Zürich

Die Ausstellung «Whiteout» untersucht die Möglichkeiten von Virtual Reality in der Performance-Kunst, während die «Actor and Avatar Conference» die Interaktion von Avataren mit der realen Welt thematisiert.

Pressebild «Staged?», Maria Hassabi © Roehrs & Boetsch

Die Gallerie Roehrs & Boetsch präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Theater Spektakel mit «Whiteout» die «weltweit erste Virtual Reality Performance-Gruppenausstellung» am diesjährigen Festival. Mit der gänzlichen Ablösung von Schauspieler*innen durch digitale Repräsentationen beschäftigt sich das Forschungsprojekt «Actor and Avatar» an der Zürcher Hochschule der Künste; Ende August findet dort die «Actor and Avatar Conference» statt.

Benannt nach einem typischen winterlichen Wetterphänomen, bei dem die Sicht durch Schnee und Nebel beeinträchtigt wird, interpretiert die vom Kollektiv New Scenario entwickelte Gruppenausstellung «Whiteout» den virtuellen Raum als eine weisse Leere, die zur Kulisse für die Darsteller wird. Das Ausstellungsprojekt untersucht die Möglichkeit, das intensive körperliche Erlebnis von Performance-Kunst in eine virtuelle Präsentationsform zu übertragen:

Die New Yorker Künstlerin und Choreografin Maria Hassabi befasst sich in ihrer Praxis mit Stille und anhaltender Bewegung. In der Virtual Reality Adaption von «Staged?» begegnet das Publikum vier zu einem einzigen farbenfrohen Haufen verwobenen Performern.

Der dänische Künstler Christian Falsnaes kehrt in seiner Arbeit «Studio» seine gewohnte Arbeitsweise um: statt Besucher*innen direkt anzpsrechen und zu Performer*innen zu machen, kreiert er eine voyeuristische Szene, in der Besucher*innen seine etablierte Arbeitsweise beobachten.

Die Performance-Künstlerin Va-Bene Elikem Fiatsi aus Ghana adaptiert die Arbeit «wouNded-wouNd» im sterilen Ausstellungssetting und thematisiert politische Ungerechtigkeit, geschlechtsspezifische Vorurtiele, religiösen Extremismus und Gefühle der Verwundbarkeit.

Die Ausstellung «Whiteout» ist vom 15. August bis 1. September täglich von 16 bis 21 Uhr geöffnet. Weitere Informationen: Webseite Zürcher Theater Spektakel

Veranstaltungsbild «Actor & Avatar» © Zürcher Hochschule der Künste

Das vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Forschungsprojekt «Actor and Avatar» fokussiert sich auf die Weiterentwicklung von Avataren – künstlichen Personen oder grafischen Platzhaltern eines Wesens – von rein virtuellen Gestalten hin zu mit der realen Welt interagierenden Instanzen. Der These folgend, dass sich daraus neue Formen von Beziehungen entwickeln werden und sich Avatare in ihrer Tätigkeit auch an Schauspielende angleichen, untersucht das Forschungsprojekt interdisziplinär zwischen Philosophie, Schauspielforschung und Neurologie die identitätsstiftenden Prozesse, die emotionale Verarbeitung von Begegnungen mit Avataren und die Entwicklung auf das Selbst- und Fremdbild.

Am 29. und 30 August 2019 findet an der Zürcher Hochschule der Künste die «Actor and Avatar Conference» statt, während der mittels Keynotes, Workshops und einer Ausstellung das (zukünftige) Verhältnis von Menschen zu Avataren untersucht wird.

Weitere Informationen: Webseite «Actor and Avatar Conference».



Publiziert von Nicholas Schaerer am 15.08.2019 12:57 in Hingehen, Nachdenken, Sehen




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