17.01.2019

Digital Art Museum Tokyo: Spaziergang durch digitales Blumenmeer

Bunter geht es kaum: Im Digital Art Museum in Tokyo sorgen zehntausende LED’s, Videoinstallationen und Animationen für ein Kunsterlebnis der besonderen Art. Dieses Museum stellt nicht digitale Kunst aus, sondern macht digitale Kunst begeh- und erlebbar. Das Museum ist Teil des Kunstwerks.

Erebnis in begehbaren digitalen Traumwelten und Landschaften. (Bilder: Philipp Bürkler)

Das Digital Art Museum befindet sich auf der künstlichen Insel Odaiba in der Bucht von Tokyo. Ein Spaziergang durch die auf Abfall gebaute Insel mit ihren architektonisch-futuristisch anmutenden Gebäuden ist bereits für sich ein surreales Erlebnis, das an einen Science Fiction-Film erinnert. Wer dann auch noch das Digital Art Museum betritt, begibt sich in eine völlig andere Welt. Auf rund 10’000 Quadratmetern blinken und leuchten Zehntausende LED’s und Videoanimationen.

Tausende bunte LEDs regnen vom Himmel und interagieren mit den Besuchern.

Die Dauerausstellung ist in fünf Themen aufgeteilt: Borderless World, Athletics Forest, Future Park, Forest of Lamps and the En Tea house. Jeder dieser Räume ist interaktiv. Die Animationen – meistens bestehend aus Blumen, Fabelwesen oder dreidimensionalen Objekten – sowie die unzähligen Installationen und Räume reagieren auf die Bewegungen der Besucher. Wird beispielsweise Wasser auf den Boden projeziert, «fliesst» das virtuelle Wasser um die Schuhe herum, so als würde man mit Gummistiefeln tatsächlich im Wasser stehen.

Jedes Werk und jeder Raum ist «borderless», es ist also alles mit allem verbunden. Beschilderungen sucht man an den Wänden vergeblich. Ebenso wenig gibt es eine offizielle Reihenfolge, in welcher die Räume betreten werden sollen.«Das ist Teil unseres Konzets, die Leute sollen die Räume selber entdecken», sagt mir eine Aufsichtsperson am Eingang.

Die Installationen und Animationen werden in Echtzeit brechnet. Jede Installation ist abhängig von der Interaktion der Besucher und auch der Anzahl der Besucher in einem Raum. «Kein Museumsbesuch ist wie der andere», heisst es auf der Museumswebsite.

In einem der Räume gibt es ein riesiges Netz aus Seilen, auf dem man gehen oder liegen kann. Eine ziemlich wackelige Sache. An der Decke und den Wänden gibt es interaktive Annimationen, die das Universum abbilden. In einem anderen Raum kann man durch ein unendliches digitales Blumenmeer spazieren. Durch optische Täuschung und Spiegelung scheint sich der Raum und das Blumenmeer bis ins Unendliche auszudehnen.

Spaziergang durch ein digitales Blumenmeer. Die Farben wechseln ständig. Durch optische Täuschung entsteht der Eindruck von Unendlichkeit.

In einem weiteren Raum gibt es ein überdimensionales Trampolin. Darauf abgebildet sind Sterne und Galaxien sowie ein riesiges schwarzes Loch, die sich alle mit den hüpfenden Menschen dehnen und bewegen. Je nach dem, wie man hüft, ändert sich die Struktur der Galaxie.

Ein Erlebnis ist auch the En Tea house. Dort wird den Besuchern ein heisser oder kalter Tee serviert. Sobald die Teetasse vor einen auf dem Tisch steht, beginnt sich der Tee in der Tasse zu animieren. Der Tee wird zu einer Blume.

Der Tee in der Schale animiert sich, sobald die Tasse auf dem Tisch steht. Wenn man die Tasse wegbewegt, folgt auch die Animation mit der Bewegung.

Wer demnächst in Tokyo ist, sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Allerdings sollte man bereits vormittags um 10 Uhr dort sein, wenn das Musuem öffnet. Dann ist es am angenehmsten, sich durch die Installationen zu bewegen. Gegen Mittag strömen tausende Leute ins Gebäude. Umso mehr Leute sich durch die Installationen bewegen, desto geringer das Erlebnis. Das Museum wurde im Juni 2018 eröffnet und zählte bereits nach weniger als einem halben Jahr eine Million Besucher.

Das Digital Art Museum eignet sich gut für den Besuch mit Kindern. In einem Raum können Kinder Autos oder Flugzeuge zeichnen, die anschliessend animiert den Wänden entlang fahren und fliegen.

Wer übrigens die kleine Treppe findet, die nicht ausgeschildert ist, gelangt noch eine Etage höher. Dort gibt es weitere Räume und Installationen zu entdecken.

 

Digital Art Museum Tokyo:

MORI Building DIGITAL ART MUSEUM: teamLab Borderless, Forest Odaiba Palette Town, 1-3-8 Aomi, Koto-ku, Tokyo, Japan



Publiziert von Philipp Bürkler am 17.01.2019 16:08 in Hingehen, Mitmachen, Sehen, Spielen


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