02.03.2018

Liebe auf technologisch

Das Haus der elektronischen Künste in Basel zeigt eine Schau zur Liebe in der Zukunft. So richtig warm will es einem dabei nicht werden.

 

Die Medienkunst oder die elektronischen Künste beschäftigen sich eher selten mit dem Thema Liebe – dies sei für das HeK unter anderem ein Grund gewesen, diese Ausstellung zum Thema «Future Love» zu realisieren, erklärte ein Museumsmitarbeiter kürzlich an einer Mittwoch-Matinée (mit über 40 Personen aller Generationen sehr gut besucht.)

Da überrascht es nicht, ist der Untertitel entsprechend weit gefasst: «Begehren und Verbundenheit im Zeitalter geformter Natur». Erstaunlich ist aber, dass man in der Ausstellung gerade von Begehren und Verbundenheit, also von sinnlichem und emotionalem Verlangen oder Erleben, kaum etwas spürt.

Gibt zu denken: Die Liebe auf Molekularebene. Im Bild: «Ultra Wet – Recapitulation», 2018, von Tabita Rezaire.

 

Vielmehr geht es in der Ausstellung um Reproduktionsmethoden, Transgenderfragen, Gentechnologie oder Körperdatenvermessung. Klar sind das in Zukunft und auch schon jetzt sehr wichtige Themen, und die einzelnen Arbeiten sind von hoher Qualität. Doch insgesamt bleibt die Schau konzeptlastig und schwer greifbar.

Das ist schade, gerade weil die Liebe ein Thema ist, das alle betrifft und sehr grossen Identifikationsraum bietet. Nur in wenigen Arbeiten wird ein Bezug zur eigenen Lebenswelt offenbar – ein, zwei etwas zugänglichere oder eben, sinnlichere Arbeiten hätten gut getan. Interessant ist diese Ausstellung über die Liebe der Zukunft allemal. Man verlässt sie allerdings mit einem kalten Schauer auf dem Rücken.

 

Die Ausstellung «Future Love» läuft noch bis am 15. April.



Publiziert von Martina Kammermann am 02.03.2018 09:40 in Hingehen, Nachdenken


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