07.02.2018

Singende Kaffeekannen, tanzendes Heu

DIY bis Hightech: In der Ausstellung «Aus Strom» zeigt die Kunsthalle Luzern eine Auswahl an elektrifizierten und teils auch elektrisierenden Kunstwerken.

Es ist, wie es im Ausstellungstext steht: Wenn man derzeit durch die Kunsthalle Luzern geht, scheppert und quietscht es. Einige Werke brummen den lieben langen Tag vor sich hin, andere warten auf sensorischen Input.

So etwa die zehn Heubüschel, die die Luzerner Künstlerin Livia Müller in ihrer Arbeit «Hoi» auf zehn Eisenstangen montiert hat. Wenn man ihnen nahe kommt, beginnen sie eine Choreografie aufzuführen. (Obwohl wahrscheinlich nicht beabsichtigt, muss man unweigerlich an die Neat-Tunnel-Eröffnung denken.)

 

Noch einen Tic verspielter kommen die sechs Kaffeekannen im Werk «Tic Tac» des Lausanner Künstlers Yoan Mudry daher: Sie singen den Coversong einer belgischen Punkband – wenn die Batterie nicht gerade schlapp macht.

 

Stiller und mehrschichtiger geht es der Thurgauer Künstler David Herren an. Seine Arbeit «sq3px» übersetzt den Lichteinfall per Sensoren und Elektromotoren in eine minimalistische Grafik. Als Besucher kann man selbst mitsteuern.

 

«Aus Strom» zeigt Werke von insgesamt neun Kunstschaffenden zwischen 26 und 70 Jahren, aus der Schweiz und Osteuropa. Sie alle bewegen sich in ihrer Praxis frei zwischen Kunst, Technik, Mechatronik und Robotik, zwischen DIY und Hightech. Insgesamt eine vergnügliche Schau mit interessanten Positionen, die nicht nur Kunstliebhaberinnen anzieht.

 

Infos:

Ausstellung «Aus Strom», Kunsthalle Luzern, läuft noch bis 18. Februar

Finissage mit Künstlergespräch und Diskussionsrunde: SO 18. Februar, 14–18 Uhr



Publiziert von Martina Kammermann am 07.02.2018 21:31 in Hingehen


Keywords: [DIY] [Robotik]


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