20.10.2017

Studie: «Fake News» bleiben ein Problem auf sozialen Medien

Eine Studie des amerikanischen Pew Research Centers hat die mögliche Zukunft von «Fake News» untersucht. 51 Prozent der 1000 befragten Wissenschaftler und Medienexperten glauben, das Problem bleibe auch in Zukunft bestehen.

US-Präsident Trump, Erfinder und Verbreiter von «Fake News» im frühen 21. Jahrhundert. Foto phb

Spätestens seit der Wahl von Donald Trump als US-Präsident, ist der Begriff «Fake News» Bestandteil der globalen Popkultur. 2016 hat der Oxford Dictionary den Begriff «post-truth» sogar als Wort des Jahres gewählt. Der Begriff beschreibt ein Zeitalter, in dem objektive und korrekte Fakten einen geringeren Einfluss auf die öffentliche Meinung haben, dafür aber Emotionen und persönliche Überzeigungen umso höher gewichtet werden. Das Pew Research Center in Wahsington hat die Interaktionen von 376 Millionen Facebook-Nutzern mit 900 Medienhäusern und deren News-Artikeln untersucht und herausgefunden, Menschen tendieren dazu, hauptsächlich Informationen zu lesen, die ihre eigene Sichtweisen oder Überzeugungen bestätigen.

Die BBC hat anfangs Jahr 50 Experten interviewt und sie zu den grössten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts befragt. Viele der Teilnehmenden nannten das Schwinden von Vertrauen in gesicherte Informationen und die gleichzeitig steigende Dominanz von Unwahrheiten in den sozialen Medien als grösste Herausforderung der Gegenwart und Zukunft.Facebook als eine der grössten globalen «Fake News»-Schleudern unternimmt zwar Anstrengungen, falsche Informationen zu finden und zu kennzeichnen. Dennoch dürften erfundene oder manipulierte Informationen auch künftig auf sozialen Medien verbreietet werden.

51 Prozent der befragten Autoren, Professoren und Tech-Experten der Pew Research-Studie sind der Meinung, «Fake News» werden uns auch in zehn Jahren noch beschäftigen. Technologische Lösungen wie sie Facebook unternimmt, würden nichts bringen. Die Pessimisten glauben sogar, «Fake News» würden echte News sogar verdrängen in den kommenden Jahren. Menschen würden sich lieber ihre festgelegte Meinung bestätigen lassen, was den Effekt der «Echokammer» verstärke.

Die optimistischeren 49 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Menschheit dieses Problem in den Griff bekommen wird. «Fake News» sowie die Akteure, die sie verbreiten, hätten schon immer, auch vor dem Internet, existiert. Jedoch hätten intelligente Menschen und gesellschaftliche Prozesse die Verbreitung von Unwahrheiten eingedämmen.

 



Publiziert von Philipp Bürkler am 20.10.2017 11:12 in Lesen


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