03.10.2017

Algorithmen in Karton

Die Zeiten, in denen wir Software noch in übergrossen Kartonboxen kauften, sind vorbei (und waren überhaupt sehr kurz). Ein Klick im App-Store oder ein Login bei Adobe – und schon läuft die Ware. Software muss nicht verpackt werden, sondern ist einfach da. Ausser in Kleinbasel.

Hier findet sich noch bis Ende Woche ein schöner Kommentar zur unserem Verhältnis zu Software als Produkt menschlicher Arbeit, und zwar in Form von sechzehn Softwareverpackungen im Schaufenster des über 30-jährigen und durchaus kultverdächtigen Computerladens «Computer + Software».

Im Projekt «Windows» luden die an der FHNW tätigen Forscher und Designer Jamie Allen und Moritz Greiner-Petter 16 Kunstschaffende und Freunde ein, mit der inzwischen überholten Warenästhetik von Software zu spielen und je eine Software-Box für das digitale Heute zu gestalten.

Die entstandenen «Produkte» nehmen Bezug etwa auf die Cyber-Waffen des CIA, visuelle Reizüberflutung oder die verschwimmende Grenze zwischen Mensch und Bot. Versammelt bilden sie die Software-Verpackungen eine anachronistische Schaufenster-Installation, welche die Beziehung zwischen User und Softwareentwickler befragt, aber auch eine Verbindung zwischen vergangenem und aktuellem Software-Vertrieb.



Publiziert von Martina Kammermann am 03.10.2017 13:47 in Nachdenken, Sehen




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