16.01.2015

Kunstwerk der !Mediengruppe Bitnik in St. Gallen beschlagnahmt

Überraschende Neuigkeiten aus St. Gallen: Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte am 12. Januar 2015 eine Arbeit der !Mediengruppe Bitnik. Sie entstand im Kontext einer Ausstellung, die einen Tag zuvor zu Ende gegangen war.

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Die Arbeit «Random Darknet Shopper» war Teil der Ausstellung «The Darknet – From Memes to Onionland. An Exploration» , die die Kunst Halle Sankt Gallen zusammen mit der !Mediengruppe Bitnik und der Veranstaltungsreihe :digitalbrainstorming des Migros-Kulturprozent produziert hat. Die Künstler programmierten eine Software, welche nach dem Zufallsprinzip wöchentlich mit einem Budget von 100 Dollar im Darknet einkaufte.


Während der dreimonatigen Ausstellungsdauer erstand dieser sogenannte Bot Artikel auf dem Online-Marktplatz Agora, welche direkt an die Kunst Halle Sankt Gallen geliefert wurden. Bei den gekauften Objekten handelt es sich unter anderem um Turnschuhe, eine Stange Zigaretten, Jeans und in der sechsten Ausstellungswoche auch um 10 Ecstasy Pillen.

Die Ausstellung war schon vor dem Eintreffen der Ecstasy Pillen sehr präsent in den Medien. Danach berichteten auch internationale Gefässe wie unter anderem CNN, Spiegel Online, der Guardian oder Libération ausführlich über die Ausstellung und den «Random Darknet Shopper».
Die Staatsanwaltschaft Sankt Gallen hat ein Strafverfahren gegen unbekannt eröffnet. Ob und wann die Künstler die Arbeit zurückbekommen ist momentan unklar.
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Raphael Rogenmoser, Projektleiter in der Direktion Kultur und Soziales des Migros-Genossenschafs-Bundes zum aktuellen Vorgang:

«Das Migros-Kulturprozent hat die Ausstellung zum Thema Darknet in der Kunst Halle Sankt Gallen sowie bereits frühere Werke der !Mediengruppe Bitnik finanziell unterstützt. Die Arbeit „Random Darknet Shopper“ ist innovativ und behandelt aktuelle Fragestellungen unserer Gesellschaft. Das digitale Kunstwerk erforscht und dokumentiert in gelungener Weise Aspekte wie die Automatisierung unserer Arbeitswelt durch Computerprogramme, das Angebot und Schaffen von Vertrauen in illegalen Märkten im Internet sowie das Darknet als überwachungsfreier Raum im Negativen wie im Positiven.»

Frontseite von CNN.
http://edition.cnn.com/2014/12/08/tech/web/tomorrow-transformed-darknet-bot/index.html?hpt=hp_c3

Spiegel
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/darknet-kuenstler-bestellen-illegale-waren-im-online-schwarzmarkt-a-1003771.html

Im Guardian:
http://www.theguardian.com/technology/2014/dec/05/software-bot-darknet-shopping-spree-random-shopper

Liberation Culture. Interview
https://wwwwwwwwwwwwwwwwwwwwww.bitnik.org/data/2014/2014_liberation_darknet_nov_19_web.jpg
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Publiziert von Dominik Landwehr am 16.01.2015 11:07 in Lesen


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