25.08.2014

Publikation zum Musée Bolo und seinen Computer in Lausanne

«Disparition programmée» oder auf Deutsch: «Programmiertes Verschwinden» heisst eine ungewöhnliche Publikation zur Computergeschichte des Lausanner Sammlers Yves Bolognini. Sie ermöglicht überraschende Einblicke und Bezüge zur Schweiz.

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Seit 1995 sammelt Yves Bolognini Computer und Computerzubehör. Seine Objekte sind heute in der ETH Lausanne ausgestellt, in Anlehnung an den Gründer und Sammler nennt sich das Museum «Musée Bolo». Das Museum hat bereits im letzten Jahr eine überraschende Publikation vorgelegt: «Disparition programmée» oder auf Deutsch: «Programmiertes Verschwinden» . Das Buch ist mehr als ein Ausstellungskatalog sondern ein witzig gemachte illustrierte Enzyklopädie zur Computergeschichte, beginnend mit dem Commodore 64 von 1982 über den iMac von Apple aus dem Jahr 1998 bis zum Psychologen Joseph Weizenbaum (1923-2008).

Das letzte Stichwort zeigt, dass es nicht nur um Objekte geht, sondern auch um Konzepte, Ideen und Personen. So finden sich hier auch Artikel zum Tim Berners-Lee (geboren 1955), dem Erfinder des World Wide Web, zum Romancier Philip K. Dick (1928-1982) oder zum Zürcher Informatiker Niklaus Wirth (geboren 1934). Zu den fundamentalen Konzepten, die vorgestellt werden, gehört etwa das Konzept der Computersprachen oder die Idee der Matrix, die auch den gleichnamigen Film prägte.
Besonders verdienstvoll sind die Bezüge zur Schweiz, die immer wieder auftauchen. Ein Kleinod der Sammlung ist beispielsweise der Computer Smaky 100, der in den 70er Jahre an der ETH Lausanne entwickelt wurde und anfang der 80er Jahre verkauft wurde. Leider zu spät, wie man aus heutiger Sicht anmerken muss.

Das Buch ist reich illustriert und zweisprachig englisch und französisch.

Yves Bolognini und Marielle Stamm: Disparition Programmée. Le Musée Bolo mêne l’enquête. / Programmed Disappearence. The Bolo Museum investigates. Lausanne 2013 (Presses polytechniques et universitaires romande).

Zum Musée Bolo Lausanne

Foto oben:Rama & Musée Bolo. CC-BY-SA-2.0-fr

Foto unten: 3D Rendering der Smaky-Maus Mouse, die von Jean-Daniel Nicoud and André Guignard nach einem Konzept von Douglas Engelbart konstruiert wurde. Von: Stéphane Magnenat . CC BY-SA 3.0

Für das Musée Bolo gibt’s übrigens einen virtuellen Rundgang auf einer Google Plattform http://virtual.bolo.ch/
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Publiziert von Dominik Landwehr am 25.08.2014 15:01 in Lesen




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