07.09.2013

Wichtige Schweizer Beiträge an der Ars Electronica 2013 in Linz

Natürlich reist man nicht an ein Festival um dort Schweizer Beiträge zu entdecken. Trotzdem lohnt es sich darauf zu achten. Es ist ein Gradmesser dafür, wie dass die Schweiz im Ausland wahrgenommen wird. Und diese Wahrnehmung ist offenbar gut, wie ein Blick auf die Schweizer Beiträge an der diesjährigen Ars Electronica in Linz zeigt:

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Schon vor Beginn der diesjährigen Ars Electronica Gala, die am 6.September im Brucknerhaus über die Bühne ging war klar: Die Westschweizer Michel und André Decosterd spielen heute abend eine wichtige Rolle. Ein Video mit ihrer Klanginstallation „Pendulum Choir“ wurde dem Publikum gleich zu Beginn gezeigt.

Die höchste Ehre ist es, an der Ars Electronica mit der Goldenen Nica geehrt zu werden. Dieser mit 10 000 Euro dotierte Hauptpreis wird in verschiedenen Kategorien vergeben und der Preis in der Kategorie „Interactive Art“ ging dieses Jahr an die beiden Westschweizer Künstler, die in den vergangenen Jahr immer wieder mit aufwendigen Klanginstallationen von sich reden gemacht hatten. Sie wurden erhielten bereits im Jahr 2010 für ihre Klangskulptur „Cycloid-e“ einen Anerkennungspreis.

Schade nur, dass die einigermassen verrückte Installation mit den festgezurrten Sängern, die in alle Richtungen bewegt werden, nur als Video zu sehen war. Offenbar, so erklärten die beiden Westschweizer Künstler im Gespräch, fehlte dem Festival zunächst das Geld. Später änderte man die Meinung doch dann war es zu spät, die aufwendige Installation und den ganzen Chor nach Linz zu bringen.
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Keinen Preis dafür aber eine grosse Ausstellung erhielt der 1940 in Chur geborene Künstler H.R.Giger. Seine düsteren Visionen mit der unheilvollen Verschmelzung von Mensch und Maschine in seinen sogenannten „Biomechanoiden“ geht auf die 60er und 70er Jahre zurück. 1978 erhielt er für die Gestaltung des ausserirdischen Alien-Monsters im gleichnamigen Film den Oscar.
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Eine Ausstellung im Untergeschoss des Linzer Lentos-Museum ehrt den Schweizer Künstler, gleichzeitig zeigt das Ars Electronica Center eine grossformatige filmische Installation, die mit dem Künstler zusammen erarbeitet wurde.
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Ebenfalls im Rahmen einer Ausstellung war ein weiteres Objekt aus der Schweiz zu sehen: Der DIY Biokoffer von Hackteria.org. Auf der Website der Ars Electronica ist dazu folgendes zu lesen: „Das „Lab-in-a-Box“ ist eine hilfreiche Zusammenstellung an einfachen und kostengünstigen Technologien, die es interessierten Menschen ermöglichen, zu Hause ihre eigene Forschung zu betreiben.“
Credits: Urs Gaudenz (CH), Hackteria.org and BioTehna Citizen Lab. DIYbio Prototypes Collection of Denisa Kera (CZ), 2013
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Zum Thema Schweiz gehört auch eine Zusammenarbeit, welche die Ars Electronica seit einigen Jahren mit dem Kernforschungszentrum CERN in Genf unterhält. Im Preis „Ars Electronica Collide@CERN“ wird jedes Jahr ein international tätiger Künstler zu einem Aufenthalt in Genf und in Linz eingeladen. 2013 war es der amerikanische Soundkünstler Bill Fontana.
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Ein wachsendes Interesse erfährt an der Ars Electronica auch der Jugendwettbewerb U19, der seit einigen Jahren den Zusatz „Create your World“ trägt. Es geht nämlich nicht mehr nur um Beiträge aus dem engeren Bereich der elektronischen Kunst, sondern um Ideen und Projekte aus allen Lebensbereichen, die etwas mit der Zukunft zu tun haben.
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Und jedes Jahr werden auch die internationalen Partner aus Ungarn, Deutlschland und der Schweiz eingeladen. So konnte dieses Jahr die 17jährige Lea Hofer aus Bern nach Linz reisen. Sie hatte beim Jugendwettbewerb bugnplay.ch des Migros-Kulturprozent mit dem Beitrag „Cubes“ einen Bronzepreis gewonnen – und konnte ihr Projekt in Linz einem interessierten Publikum vorstellen.
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Fotocredits: Dominik Landwehr, mit Ausnahme des DIY Biokoffers von Hackteria.
dominik.landwehr at mgb.ch



Publiziert von Dominik Landwehr am 07.09.2013 14:02 in Lesen


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