28.01.2013

Erdnüssli mit Raketenantrieb an der ETH Lausanne

Wundersame Entdeckung im Hof des neuen Bibliotheksgebäude an der ETH Lausanne. Inmitten eines Gerüstes steht da ein riesengrosses Erdnüsschen mit Raketenantrieb. Die Rückfrage beim Gastgeber ergibt: Es ist die Skulptur „La Cacahuète Spatiale „des Westschweizer Künstlers Alexandre Joly.

Nun ist die Bibliothek der ETH Lausanne nicht irgend ein Gebäude, sondern wohl eines der am meisten beachteten neuen Bauten der letzten Jahre: Das Rolex Learning Center. Die Uhrenfirma – so will uns auch der Name sagen, hat einen schönen Teil der Baukosten getragen. Das Gebäude sieht von weitem aus wie ein Raumschiff. Umso witziger ist gerade deshalb die Skulptur im Innenhof. Sie sieht nicht nur aus wie ein riesengrosses Erdnüsschen mit Raketenantrieb, sie heisst auch so: La Cacahuète Spatiale.

Der Westschweizer Künstler Alexandre Joly hat das Werk für die Skulpturen-Triennale Bex&Arts im Jahr 2011 geschaffen.Die Skulptur mit dem schrägen Namen steht seit November letzten Jahres an diesem prominenten Ort und darf hier bis im kommenden Sommer bleiben.

Es gäbe in der Tag kaum einen Ort wo diese hintersinnige Skulptur besser hinpassen würde, als die ETH Lausanne. Wie darf man die Platzierung denn verstehen? – Ein Kommentar zur Spitzenforschung, die hier getrieben wird. Zufall oder nicht: gerade heute wurde bekannt, dass es der ETH Lausanne gelungen ist, den Wissenschafts-Jackpot der EU zu knacken. Eine Milliarde Euro sollen hier in den nächsten zehn Jahren für die Kreation eines Supercomputers ausgegeben werden, der das menschliche Hirn simuliert. Honni soit qui mal y pense aber die Gleichung Computerhirn = Supernüssli mit Raketenantrieb ist einfach erfrischend naheliegend.

Alexandre Joly ist bei digital brainstorming kein Unbekannter: 2009 hat ihm das Migros-Kulturprozent einen Werkbeitrag für seine Installation „Paysage Transvasé“ zugesprochen. Auch bei dieser Installation schwingt einiges an Hintersinn mit. Übersetzt heisst der Werktitel nämlich nichts anderes als „Umgetopfte Landschaft“. Und vor dem Hintergrund seines neuesten Werkes ist der Videobeitrag von Tobias Bühler aus dem Jahr 2009 doppelt interessant.

Pressemitteilung der ETH Lausanne (EPFL)

Website des Westschweizer Künstlers Alexandre Joly

„Paysage Transvasé“ Video zum Werkbeitrag des Migros-Kulturprozent aus dem Jahr 2009



Publiziert von Dominik Landwehr am 28.01.2013 18:46 in Hingehen


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