06.09.2010

Schweizer Künstler an der Ars Electronica

Zwar geht man nicht an ein internationales Festival, um dort Landsleute zu treffen. Trotzdem interessieren wir uns Jahr für Jahr auch dafür, welche Schweizer Werke an der Ars Electronica vertreten sind. Die Ausbeute 2010 lässt sich sehen – und unsere Übersicht ist sicher unvollständig

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Vollkommen zeitlos, vollkommen unelektronisch ergo also analog: Cornelia Hesse-Honegger mit ihrer Dokumentation zu den Veränderungen von Insekten im Umfeld von Tschernobyl in den späten 80er Jahren. Passend zum Thema „Repair – Sind wir noch zu retten“

Ohne diesen thematischen Bezug waren die Schweizer Einreichungen zum Prix Ars Electronica; ein thematischer Bezug war dort auch nicht gefragt.
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Ganz prominent – nicht zuletzt aufgrund des grossen Platzbedarfs – die Klanginstallation Cycloïd-E von André und Michel Décosterd, die unter dem Namen Cod.Act auftreten. Sie haben mit einer aufregenden Klangskultpur einen Award of Distinction erhalten. Ihre Klangskultpur ist im Prinzip ein Chaos-Pendel, das sich von einem Motor getrieben, horizontal bewegt. In den Röhrensegmenten der Skulptur sind Messinstrumente und Lautsprecher eingebaut, die je nach Bewegung einen hypnotischen Klang erzeugen.

Die Brüder Decosterd sind übrigens bei digital brainstorming nicht unbekannt: Im Rahmen einer Ausstellung zu DIY Klangkunst war 2006 ihre Installation Ex-Pharao zu sehen.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde an der diesjährige Ars Electronica eine Installation des Künstlers Zimoun: 216 prepared dc-motors / Filler wire 1.0mm“ nennt sich seine Klangskulptur. Sie besteht wie der Name nahelaegt aus kleinen Motoren, die jeweils einen ca 1 Meter langen Stahldraht bewegen. Zimouns Arbeit wurde mit einer Honorary Mention ausgezeichnet.
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Dauergast an der Ars Electronica ist der Amriswiler Medienaktivist Stefan M.Seydel mit seinem rebell.tv. Sein Internet-Projekt – es besteht aus einem Blog, einem Audio und Videopodcast sowie einem Magazin – ist Medienpartner der Ars Electronica und Seydel deshalb mit einem voluminösen Wohnmobil im Hof der Tabakfabrik von Linz, dem diesjährigen Austragungsort des Festivals, präsent.
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Die Bildunterschrift hier könnte lauten: Unser Mann in Linz. Denn links und rechts von ihm sitzen zwei gewichtige Persönlichkeiten dieses Festivals: Hannes Leopoldseder, der Gründer der Ars Electronica und Gerfried Stocker, künstlerischer Leiter. Und man ist doch versucht zu hoffen, dass das hier dokumentierte Gipfeltreffen Früchte trägt und nächstes Jahr noch mehr Schweizer zur Ars Electronica geladen werden.

Wie beim Fussball so gibts auch bei der Ars eine Jugendsektion. SIe trägt den Titel U19 – Freestyle Computing. Nicht ganz ohne Neid schauen wir Schweizer auf die über 600 Einsendungen, die Jahr für Jahr zusammenkommen. Darunter immer wieder ganz überraschende Werke wie zum Beispiel ein automatischer Töggeli-Kasten (Tischfussball). U19 lädt jedes Jahr auch Teilnehmerinnen und Teilnehmern von Partnerwettbewerben nach Linz und so konnten die beiden Ostschweizer Jugendlichen Yasmin König und Ruben Frank dieses Jahr ans Festival gehen. Sie hatten mit dem Computergame LuSAeterna die Jury des Jugendwettbewerbs bugnplay.ch überzeugt, den das Migros-Kulturprozent seit fünf Jahren ausschreibt.
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Wie die zwei Schweizer Jugendlichen die Ars Electronica erlebten, erzählen Sie übrigens im digital brainstorming Podcast.

Hier schliesslich gibts alles weitere zur Ars Electronica von Linz



Publiziert von Dominik Landwehr am 06.09.2010 17:14 in Sehen


Keywords: [DIY] [Jugendliche] [Video]


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