19.01.2010

Medienheft: Tradition verpflichtet

Die Online Plattform www.medienheft.ch wurde zu ihrem zehnjährigen Jubiläum überarbeitet. Mit ihrem jungen Alter von zehn Jahren stapeln die Macher aber ziemlich tief – denn ihre Publikation hat eine deutlich längere Geschichte. (dl)

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Fundierte Artikel zu medienpolitischen Themen sind in der Schweiz rar. Umso wichtiger sind deshalb die Artikel der Medienhefte. Die Online Plattform wurde zu ihrem zehnjährigen Jubiläum überarbeitet und bietet über eine Stichwortleiste schnellen Zugang zu älteren Artikel. Sie reicht von B wie Blogs über G wie Gewalt, I wie Informationsgesellschaft , M wie Markt, P wie Privater Rundfunk bis zu S wie Service Public und W wie Werbung.

Medienkritik ist ein heikles Gebiet, zumal ja die Medien eigentlich immer Partei sind – sei es als Zeitung, als Radio-Angebot. Das zeigt ein kleiner Blick in die Mediengeschichte der Schweiz. Immer wieder fühlten sich die Zeitungen bedroht und reglementierten – mit Erfolg – etwa die TV-Werbung. Eine unabhängige Medienkritik hat in einem solchen Umfeld natürlich einen steinigen Boden.

Interessanterweise haben sich ausgerechnet die beiden Landeskirchen in diesem Bereich ausgezeichnete Arbeit geleistet – seit 1973 sogar unter einem gemeinsamen Dach. Lange vor dem Internet und der Explosion der Fachzeitschriften gab es in der Schweiz den „ZOOM Filmberater“ – hier waren nicht nur fundierte Kritiken zu den neusten Filmen zu lesen, hier wurden auch andere Medien kritisch beobachtet.
Wer in den 70er Jahren etwas über Film und Medien wissen wollte, war Abonnent und nicht nur das: Man hat die alten Hefte gesammelt, viele haben sogar die Kurzkritiken zu den Filmen in der Mitte des Heftes herausgetrennt und in Karteikästen aufbewahrt, so war es nämlich gedacht…
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Diese Zeitschrift enstand 1973 aus der evangelischen Filmzeitschrift ZOOM und dem katholischen Filmberater. Die Anfänge liegen aber viel früher, lesen wir in einer Darstellung zur Geschichte der kirchlichen Medienarbeit: „Der Schweizerische Katholische Volksverein (SKVV), 1904 als Laienorganisation der (männlichen) Schweizer Katholiken gegründet, schafft eine Sektion zum Schutze der Sittlichkeit mit einer Spezialsektion für ‚Schaustellungen einschliesslich der Kinematographie‘ .“

Die Geschichte der kirchlichen Medienkritik in der Schweiz ist noch nicht geschrieben – hier wartet noch ein interessantes Stück Kulturgeschichte des 20.Jahrhundert auf seine Entdeckung.

Online Plattform Medienheft

Zur Geschichte der katholischen Medienarbeit



Publiziert von Dominik Landwehr am 19.01.2010 10:16 in Lesen


Keywords: [Gesellschaft] [Mediengeschichte]


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