28.10.2009

Fischers Financier fischt frische Fische dank Videotank

Morgen, Donnerstagabend, ist erneut Vernissage im temporären Kunstraum Videotank unter der Zürcher Dreirosenbrücke, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Paradeplatz und Baur au Lac. Die Nachbarschaft ist diesmal nicht nur eine räumliche, sondern auch eine inhaltliche: Unter den Passanten der Brückenunterführung wie auch auf den Bildschirmen werden Banker zu sehen sein. Noch keine Ausstellung des seit drei Jahren bestehenden Ausstellungsraumes hat so direkt das lokale Publikum zum Thema gemacht. Wie wird die zuweilen umstrittenen Medienkunst mit einer zuweilen umstrittenen Berufsgruppe umspringen?

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„Fisches Nachtgesang“ heisst die Arbeit der zwei Schweizer Künstlerinnen Andrea Gsell (1974) und Nica Giuliani (1980) , die beide an der Fachhochschule Aarau Medienkunst studiert und sich so kennengelernt haben. Sie realisieren gemeinsam unter dem Team-Namen île flottante künstlerische Projekte, in denen Räume, reale wie virtuelle – und offenbar auch feucht-abseitige wie der Videotank – im Zentrum stehen. „Fisches Nachtgesang“ ist eine Video- und Rauminstallation. Obwohl dabei Fische im Spiel sein werden, sind ab morgen aber auch Musik respektive Klänge zu hören, für die Lilian Beidler (1982) zuständig ist. Beidler hat an der Fachhochschule Bern Musik und Medienkunst studiert.

Mit anderen Worten wird die morgige Ausstellungseröffnung auch eine gute Gelegenheit bieten, sich über die Wirkungskraft der in den letzten zehn Jahren geschaffenen Medienkunst-Studiengänge ein punktuelles Bild zu verschaffen. Zeigen sich Unterschiede zu den ersten Generationen von MedienkünstlerInnen, die mit und über technische Medien gearbeitet haben, dies aber noch ohne entsprechende Ausbildung? Zu denken wäre da zum Beispiel an etoy , an Johannes Gees , an Roman Keller </a >oder auch an Anna Kanai, eine der Initiatorinnen und Kuratorinnen des Videotanks. Anhand einer einzelnen Arbeit lässt sich diese Frage natürlich nicht beantworten, wenn sie denn überhaupt beantwortbar ist. Doch wenn gleich drei Absolventinnen von Medienkunst-Studiengängen zusammen präsentieren, drängt sich die Frage auf – und sind denn etwa nur beantwortbare Fragen echte Fragen? Vielleicht wissen ja die drei Künstlerinnen, die vor Ort sein werden, einige Antworten zu geben.

Vernissage: Donnerstag, 29. Oktober, ab 18 Uhr.

Für nähere Angaben siehe www.videotank.ch.

Die Ausstellung dauert bis 4. Dezember.



Publiziert von Admin Deutsch am 28.10.2009 17:05 in Hingehen


Keywords: [Medienkunst] [Video]


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