08.06.2009

Colloquium Kultur und Digitalisierung

Zum zweiten Mal hat sich vom 4.-6.Juni eine Gruppe von Wissenschaftern und Künstlern getroffen um die Thematik „Digitalisierung und Kultur“ und im Speziellen Fragen von speichern, erinnern und überliefern zu diskutieren. digitalbrainstorming dokumentiert das Colloquium – alle Referate sind hier zu hören und können auch (via iTunes Shop) abonniert werden.

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Alle weiteren Informationen auf der Hauptseite zum Colloquium

Für einen programmatischen Auftakt sorgte das Referat der Zürcher Organistin Claudia Hinden: „Das Ohr und die Schrift oder: Kann man Musik sehen?
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Der Basler Medienwissenschafter Christoph G.Tholen näherte sich der Thematik aus (medien)philosophischer und grundsätzlicher Warte – unter dem Titel“ Archiv – Speicher – Erinnerung.Eine (vorläufige) Ortsbestimmung des kulturellen Gedächtnisses“
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Der Radio-Regisseur Aldo Gardini näherte sich der Thematik aus biografischer Perspektive „Sichtbare Töne – der Einfluss der Digitaltechnik auf die Produktion von Radiosendungen“ so der Titel seines Referates.

Einen künstlerischen Beitrag lieferten die beiden Solothurner Künstler Strotter Inst (Christoph Hess) und Flo Kaufmann mit ihrer Performance „Durchdrehen„.
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Wie gehen wir mit den Fragen des Speichern um? – Dies eine der Leitfragen des zweiten Tages. Die Zürcher Videokünstlerin Käthe Walser näherte sich der Thematik über das Beispiel eines lichtkinetischen Werkes des argentinischen Künstlers Julio le Parc. Die Vorstellung, dass banale Glühbirnen in naher Zukunft verboten und deshab kaum mehr erhältlich sein werden, jagt nicht nur Konservatorinnen einen kalten Schauer über den Rücken
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Bernhard Serexhe vom ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe brachte die Problematik auf die knappe Formel „Neue Medien – kurzes Gedächtnis?“
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Wie aufwendig die Konservierung von digitalen Kunstwerken sein kann, zeigte das Referat von Tabea Lurk aus Bern: „Degradation als Alterungsphänomen
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Der Musiker Bruno Spoerri aus Zürich sprach über Fragen der Notation elektronischer Musik – seit den ersten Anfängen ein extrem schwieriges Unterfangen. Im zweiten Teil seines Referates demonstrierte er mit seinem Saxophon CAJ (Computer Assisted Jazz) und fragte: Was ist improvisiert und was ist ‚komponiert’?
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Eine Fortsetzung der ganz zu Beginn dargestellten Frage der Musik-Notation lieferte die Zürcher Organistin Claudia Hinden am Abend in der romanisichen Klosterkirche von Romainmôtier mit einem Musikprogramm, das die Zeit vom frühen Mittelalter bis zur Romantik abdeckte.
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Lässt sich die Frage der Konservierung von einigen wenigen digitalen Kunstwerken wenn auch unbefriedigend lösen, so stellen sich bei der Digitalisierung und Konservierung ganzer Bibliotheken praktisch unlösbare Probleme. Und hier wird der epochale Einschnitt des Medienbruches, den die Digitalisierung darstellt, auf exemplarische Weise deutlich. Uwe Jochum, Fachreferent an der Konstanzer Universitätsbibliothek, verdeutlichte das am Beispiel der Buchgeschichte. „Der Körper der Tradition. Mit den Medien die Welt sehen
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Einen positiven Schlusspunkt setzte Marc Grellert von der TU Darmstadt mit der Darstellung des vielbeachteten Projejtes zur Digitalisierung zerstörter Synagogen in Deutschland: Potentiale digitaler Technologien für die Erinnerungskultur. Die zerstörten Synagogen in Deutschland„.
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Schlussdiskussion

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Publiziert von Dominik Landwehr am 08.06.2009 20:11 in Hören


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