06.06.2009

etoy ohne CEO: Wildnis in- und extern

Letzten Samstag war Generalversammlung der etoy corporation. Die Kunstaktiengesellschaft hat ab sofort keinen CEO mehr, stattdessen wird ein Triumvirat die Geschäfte führen: Dazu gehören Ex-CEO Zai sprich Agent Zai, Agent Monorom und Agent Haefliger. Die andere Neuigkeit: etoy geschäftet weiter. Die letzte: Aus etoys Underground-Tank-System ist eine Container-Burg mit Sonnenterrasse in silbern glitzerndem Weidenwäldchen geworden.


Ex_Ceo_3.jpgPrivate Agent Zai statt CEO Zai: Das ist ein kleiner, aber interessanter Wandel, den etoy letzte Woche bekanntgegeben hat. Ein logischer Schritt, wie Zai an der Generalversammlung erklärte und Agent Monorom bekräftigte: Die Zusammenarbeit der drei langjährigen etoy-Agenten Zai, Monorom und Stefan Haefliger, welche so etwas wie das geschäftsführende Gremium von etoy darstellen, ist Team-Arbeit. Zai beschliesse nichts alleine, so Monorom. Und Zai gibt zu, nicht ganz ohne Resignation: Er habe schon lange nichts mehr zu befehlen. Hatte er jemals? Will man den Autoren der ungeliebten etoy-Monographie „leaving reality behind“ von Adam Wishart und Regula Bochsler glauben, so war CEO Zai in den wilden 90er Jahren ein wahrer Despot. Glauben wir unserer eigenen Erfahrung als langjähriger journalistischer Beobachterin von etoys Kunst-Feldzug, dann war und ist Zai schlicht etoys bester Kopf, was angesichts so vieler brillanter Köpfe etwas heissen will. Doch eine solche Hommage an Zai verletzt und unterschätzt zweifellos das Kollektiv-Prinzip, das für etoys Funktionieren fundamental ist. Doch von einem Quentchen Monarchismus wollen wir nicht lassen: Von allen etoy-Köpfen war und ist der Ex-CEO der inspirierendste.

Obenstehendes Bild: Private Agent Zai, nachdenklich während der GV der etoy-Aktiengesellschaft, die im ersten Stockwerk, also im oberen von zwei aufeinandergestellten Containern, stattfand; in einem von etoys Orange dominierten Raum mit breiter Glasfront und Sonnenterrasse, mit Sicht auf wucherndes Grün.

JüngsterAktionär.jpg
Im Hintergrund (für die Unschärfe sei um Nachsicht gebeten!) Triumvirat-Mitglied und Informatik-Dozentin Monorom, im Vordergrund auf den Armen eines weiteren Agenten der jüngste Aktionär von etoy.
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Im Vordergrund das dritte Mitglied des Triumvirats, der Wirtschaftswissenschaftler und Open-Source-Experte Stefan Haefliger; in der Mitte Fabio Gramazio, Gründungsmitglied von etoy und Architektur-Assistenzprofessor an der ETH.
Wildnis_1.jpg
Hinteransicht auf die etoy-Datscha, zu der die Container dank der Wildnis des Räffelparks mutiert sind. Das an den Gleisen der Üetlibergbahn gelegene Grundstück, auf dem die etoy-Container seit mehreren Jahren dank der Schweizerischen Lebensversicherungs- und Rentenanstalt Gastrecht geniessen, wuchert wild, eine wertvolle, eine aussergewöhnliche Brache Zürichs. Hier entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft das Basislager Zürich Binz mit temporären Ateliercontainern.

Fähnlein_1.jpg
etoys Orange trotzt der Natur!



Publiziert von Admin Deutsch am 06.06.2009 16:40 in Nachdenken


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