14.01.2008

Hartnäckige medienkünstlerische Beseelung der Dreikönigsbrücke

Wer hätte es gedacht: Der temporäre Ausstellungsraum Videotank unter der Zürcher Dreikönigsbrücke wird der Charakterisierung „temporär“ immer weniger gerecht: Statt nach zwei Jahren Laufzeit nun die Finissage anzukündigen, warten die zwei Kuratorinnen Anna Kanai und Nadja Baldini mit einem neuen Programm bis Ende 2008 auf. Die polizeliche Bewilligung liegt vor, erklären sie, was für einen Kunstraum auf Augenhöhe mit einem Fluss (Schanzengraben) und im städtischen öffentlichen Raum (Unterführung) keine Selbstverständlichkeit ist.

Am Donnerstag, 17. Januar, ab 18 Uhr, ist die Vernissage der neuen Mini-Ausstellung . Die Basler Künstlerin Nadja Solari wird, wie viele Videotank-Ausstellende vor ihr, nicht nur einfach in den drei stillgelegten Forellenaquarien eine dreiteilige Video-Arbeit zeigen, sondern den ganzen Raum unter der Dreikönigsbrücke, insbesondere die gegenüberliegende Kanalwand, einbeziehen. Darauf kann man immer wieder gespannt sein, denn der Ort an sich ist bemerkenswert und Videotank lässt ihn durch die zweimonatigen Turnus der Kunstwerk-Präsentationen immer wieder neu sehen. Wenn die zwei Videotank-Gründer Kanai und Tian Lutz in ihrem Projektantrag von der „Beseelung des Ortes“ sprechen, ist das (fast) nicht übertrieben, der Ort scheint mit jeder Ausstellung ein bisschen facettenreicher oder eben: seelenvoller zu werden. Die zweite Ausstellung in diesem Jahr wird Mitte März sein. Dann wird es keinen Glühwein und Wurst mehr brauchen wie an der Vernissage am kommenden hochwinterlichen Donnerstagabend. Doch Kälte hin oder her (und die schon letztes Jahr köstlichen Würste auf alle Fälle her!): Auf die beseelende Hartnäckigkeit der Videotank-Macher Anna Kanai, Tian Lutz und Nadja Baldini gilt es anzustossen.



Publiziert von Admin Deutsch am 14.01.2008 22:14 in Hingehen


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