30.11.2007

Geld und Ehre für etoy

Grosse Ehre für die Schweizer Medienkunstgruppe etoy: Sie gewinnt den wichtigen spanischen Medienkunstpreis „VIDA AWARD 2007“ der Telefonica Foundation. Fast gleichzeitig wurde bekannt, dass die Kunstgruppe, die in der Vergangenheit verschiedentlich vom Migros-Kulturprozent gefördert wurde, nächstes Jahr zu einer grossen Medienkunst-Ausstellung nach China eingeladen wurde.


Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die neuste Installation von etoy „MISSION ETERNITY SARCOPHAGUS“ . Die Künstlergruppe beschreibt Ihr Projekt so:
Das Kunstwerk beherbergt die sterblichen Ueberreste von Pionieren des Informationszeitalters wie Timothy Leary und erschliesst das digitale Vermächtnis dieser Menschen. Auf einem begehbaren 3-dimensionalen Screen, bestehend aus 17’000 Leucht-Dioden, erscheinen dem Ausstellungs-Besucher Ahnen der heutigen Medienkultur: Bilder aus ihrem Leben, ihre Stimmen, Videosequenzen, und mehr. Die elektronischen Geister koennen per Webterminal und Mobiltelefon aufgerufen und lokal, zum Beispiel auf dem eigenen Laptop, gespeichert werden. So entsteht mit der Hilfe einer ausgekluegelten Software ein soziales Netzwerk bestehend aus vielen Tausenden von „Angels“, welche die Aufgabe haben die Daten der Verstorbenen fuer immer zu erhalten: das digitale Erbe wird von Generation zu Generation weitergereicht und tritt damit eine unendliche Reise durch Raum und Zeit an.

etoy hatte in den letzten Monaten verstärkt Finanzierungsprobleme. Die Auszeichnung rettet die Künstlergruppe nach ihren eigenen Worten vom Bankrott…
Mehr dazu im etoy Blog

Nächsten Sommer soll dieselbe Installation auch in China zu sehen sein und zwar im Rahmen einer grossen, internationalen Medienkunst-Ausstellung, die parallel zu den olympischen Spielen stattfindet. Nicht eingeladen ist dort das Schweizer Projekt „picidae“, das mithilft, die chinesische Internet-Abschottung zu durchbrechen.

Ebenfalls an der Ausstellung in China gezeigt wird das Projekt „Midi Kitchen“ der Hamburger Robotikkünstler von f18 um Stefan Doepner, Lars Vaupel und Jan Cummerow. Das Projekt wurde 2006 unter dem Titel „Living Rooms – Happy End of the 21st Century“ zum ersten Mal in Ljubljana (SL) gezeigt.
Synthetic Times – Media Art China 2008
Mehr zum nicht-eingeladenen picidae Projekt



Publiziert von Dominik Landwehr am 30.11.2007 09:42 in Uncategorized


Keywords: [Medienkunst] [Robotik] [Video]


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