25.11.2007

noch freudiger triggern

Mehr Spass beim Spielen versprechen uns sonst vor allem jene, die uns die neuesten Errungenschaften in Sachen Game-Technologie verkaufen wollen.
In diesem Fall gibt es aber etwas Gutes zum Thema zu Lesen – und zwar kostenlos.


Wer sich für die ästhetischen und soziologischen Dimensionen von Computerspielen interessiert, dürfte zwar schon längst über Steven Poole und sein 2000 erschienenes Buch „Trigger Happy. The Inner Life of Videogames“ gestolpert sein – und sich dann vermutlich auch ziemlich schnell in Letzterem festgelesen haben.

Denn seinerzeit war es – anders als heute, da die Computerspielforschung bereits Regalmeter mit akademischer wie auch an ein breiteres Publikum gerichteter Literatur bestücken kann – einer der wenigen Titel, die profunde Sachkenntnis mit erhellenden Einblicken und anregenden weiterführenden Überlegungen sowie nicht zuletzt: einem angenehmen Schreibstil verbanden. Von daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass es ziemlich schnell bekannt, viel zitiert und schliesslich 2004 noch einmal wieder aufgelegt wurde. Kurzum: Ein Klassiker, um dem man eigentlich nicht herumkommt – und das auch kaum bereuen wird.
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Wie das mit Klassikern aber nun mal so ist: Manchmal stehen sie ewig lang auf der Liste der Bücher, die man sich bei Gelegenheit mal zu Gemüte führen will – aber dann dauert und dauert es, bis sich diese Gelegenheit tatsächlich ergibt bzw. beim Schopf ergriffen werden kann.

Für alle, denen derlei möglicherweise mit „Trigger Happy“ widerfahren sein sollte: Spätestens jetzt bietet es sich wirklich an, das Verpasste schleunigst nachzuholen.

Denn für bemessene Zeit hat Steven Poole auf seinen Heimseiten ein pdf des Buches zum freien Herunterladen bereit gestellt. Und es sei allen FreundInnen von Computerspielen, die es nicht allein beim Daddeln belassen wollen respektive ihren Trigger-Finger mitunter noch von den Tasten lösen können, wirklich wärmstens empfohlen, sich diese Lektüre nicht entgehen zu lassen.
Notabene bzw. wie schon geschrieben: Von den mehr als 400 Seiten Umfang sollte man sich wirklich nicht schrecken lassen, das Ganze liest sich wie warme Butter vom frisch gebackenen Brötchen fliesst. Und ebenso lecker ist es noch dazu.

Dass man so etwas eigentlich noch viel lieber als Buch-Buch schmökert (um mal die auf Kinofilme gemünzte Dopplung eines bekannten Privatsenders zu paraphrasieren), versteht sich hoffentlich von selbst – ein entsprechender Wunsch lässt sich übrigens dann ganz einfach über den Buchhändler des Vertrauens befriedigen, denn die Papierausgabe von 2004 ist nach wie vor zu haben.

Ansonsten vielleicht noch eine kleine Empfehlung für diejenigen, die bis hierher noch nicht davon überzeugt sind, dass es sich bei einem Band wie „Trigger Happy“ – wie man zu Zeiten des Barock über derlei Bücher zu bemerken pflegte – (Lese-)Lust und (Bildungs-)Nutz aufs Schönste vereinen.
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In den vergangenen Jahren hat Poole für das Interactive Entertainment Today-Journal EDGE (s. a. dessen Blog) zahlreiche Artikel bzw. Kolumnen rund um Computerspiele verfasst, die sich grossenteils ebenfalls über seine „Trigger Happy“-Seiten erreichen lassen.

Und hier werden dann so kluge Fragen gestellt bzw. Beobachtungen gemacht wie diese: „Why Games Are Like Boring Jobs„. Schon mal beim fleissigen Farmen, Hauen, Stechen oder wobei auch immer darüber nachgedacht? Nein? Na dann wird’s wirklich höchste Zeit, sich bei Steven Poole ein paar einschlägige Anregungen abzuholen!
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[Bildchen: Oben rechts – wie unschwer zu erkennen – der hier wärmstens empfohlene Titel. Ansonsten ein kleiner Kommentar zum Thema „Trigger (Un)Happy“ oder warum Computerspiele vielleicht doch nicht immer der beste Ausgleich zum öden Alltagsjob sind…]



Publiziert von miss.gunst am 25.11.2007 16:05 in Lesen, Spielen


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