11.10.2007

Carters Öko-Vision medienkünstlerisch reanimiert

Nichts Geringeres als zwei von Jimmy Carter höchstpersönlich auf dem Weissen Haus eingeweihte Solarpanels werden auf diesem Lastwagen an einem AKW vorbeitransportiert – vielleicht in eine bessere Zukunft? So jedenfalls dachte sie sich Carter. Zwei Schweizer (Medien)Künstler haben seine frühe Öko-Vision ausgegraben und nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Amerika wieder in Erinnerung gerufen.

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Die Videokünstlerin Christina Hemauer und Roman Keller, (Medien)Künstler und Umweltwissenschaftler, haben in Fribourg diesen Frühling die denkwürdige Rede reinszeniert, mit der Carter 1979 der Solarenergie eine glorreiche Zukunft vorausgesagt hatte. Etwas verfrüht, wie wir heute wissen, Ronald Reagan liess die Solar-Anlage auf dem Dach des Weissen Hauses schon bald wieder abbauen. Doch Hemauer und Keller haben die Solaranlagen im Schuppen eines amerikanischen College in Maine wiederenteckt und zwei Panels dem Carter-Museum in Atlanta zugeführt – wo die zwei Panels seither in die Sammlung des Museums integriert sind. Auf dieser Reise quer durch Amerika von Maine in den Bundesstaat Giorgia ist ein Video entstanden, das nun Teil der Ausstellung Ökomedia des Edith-Russ-Hauses für Medienkunst in Oldenburg bildet.

Oldenburg ist etwas weit weg und darum erscheint der Eintrag realistischerweise in der Rubrik „nachdenken“ und nicht „hingehen“. Dass die kühne Medienkunst von Hemauer und Keller zwischen Umweltengagement und Kunstschaffen ihren Platz in einer aktuellen Ausstellung findet, ist auf alle Fälle einen Hinweis, aber natürlich auch eine Reise wert.

Kuratiert wird die Oldenburger Ausstellung von Sabine Himmelsbach, Karin Ohlenschläger und
Yvonne Volkart, die in der Schweiz lebt, publiziert und an der Hochschule Nordwestschweiz Medientheorie und Kunst unterrichtet.



Publiziert von Admin Deutsch am 11.10.2007 17:34 in Nachdenken


Keywords: [Medienkunst] [Video]


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