04.10.2007

International Sputnik Day

Wenn Weggefährten Geburtstag haben, muss natürlich zünftig gefeiert werden. Auch wenn jener Jubilar, um den es in diesem Fall geht, seinerzeit angeblich bei BewohnerInnen in der westlichen Hemisphäre erst mal eher Angst und Schrecken ausgelöst haben soll.

Aber das ist wohl sowieso ein Mythos.

Denn als Sputnik, genauer gesagt: Sputnik I am 04. Oktober 1957 fröhlich fiepend seine erste Runde um die Erde drehte, war die sowjetische Satellitenkugel wohl vor allem der US-amerikanischen Konkurrenz ein Ärgernis. Nun gab es zu Hochzeiten des Kalten Krieges mit Blick auf die damit eröffneten Möglichkeiten der Raketensteuerung durchaus auch Gründe, etwas ängstlicher Richtung Osten zu schauen. Sicher aber noch bessere, entsprechende Ängste zu schüren.
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Soweit es den überlieferten Dokumenten zu entnehmen ist, scheinen die meisten Menschen vor allem anderen fasziniert gen Himmel geblickt zu haben, wo Sputnik natürlich nur als kleiner blinkender Punkt zu erkennen war. Schliesslich handelte es sich hier vor allem um eins: Eine echte Pionierleistung in Sachen Raumfahrt.

Und die hat den Kalten Krieg eindeutig überlebt – wie sich just in diesen Tagen zeigt, in denen sich die „Eroberung des Weltraums“ durch eine kleine silberfarbene Kugel zum fünfzigsten Mal jährt.

Artikel mit Gratulationen gibt es allenthalben zu lesen (beispielsweise in telepolis, in der ZEIT und in der NZZ, um nur mal ein paar deutschsprachige Medien zu verankern). In der Sternwarte Bochum ist eine Sonderausstellung namens „50 Jahre Sputnik“ zu sehen.

Vor allem aber wird der International Sputnik Day begangen.

Francis Hunger – Künstler, Kurator am Hartware MedienKunstVerein Dortmund und seit einiger Zeit Herausgeber der Sputnik Gazette (deren Abonnement wir bei dieser Gelegenheit wärmstens empfehlen wollen) – hat ihn organisiert und für den heutigen Donnerstag inklusive der Nacht auf den Freitag zusammen mit internationalen MitstreiterInnen ein reichhaltiges Programm für die Geburtstagsfeier zusammengestellt.

Da Sputnik selbst bekanntlich durch seine Funksignale mit der auf dem Erdboden harrenden Menschheit kommunizierte, lassen sich natürlich auch die GratulantInnen nicht lumpen und senden ihrerseits fleissig in die unendlichen Weiten des Weltraums Netzes.

In diesem Sinne: Völker Sputnik-Fans, höret die Signale! Und fiept gegebenenfalls mit…*

[* Wie es auf Mailinglisten so schön heisst: „sorry for crossposting“ – in der Tat ist dieser Beitrag so auch in einem entsprechenden Eintrag neben an im HOME MADE LABOR-Weblog erschienen. Was jene eigentlich besonders geschätzten LeserInnen, die beide Blogs regelmässig lesen, in diesem speziellen Fall (ein Anlass, eine Autorin) bitte für einmal zeihen mögen. Für die Bildchen – das Logo des International Sputnik Day – geht der Dank an Francis Hunger.]

Bildnachweis: Modell des Sputnik 1: https://de.wikipedia.org/wiki/Sputnik



Publiziert von Admin Deutsch am 04.10.2007 07:02 in Mitmachen


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