03.09.2007

Backstage Videotank und eine Vernissage

Derzeit bereitet das Zürcher Künstlerteam Publiclab gerade zusammen mit der Künstlerin Martina Weber die Eröffnung der neusten Videotank-Aussstellung unter der Zürcher Dreikönigsbrücke vor. Die Vernissage von Webers interaktiven Video-Arbeit „Lichtbild – Leerbild“ findet diesen Freitag, 19 Uhr, statt. Der Umbau dieser Tage bot Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen von Videotank zu werfen – hinter die Bühne der drei stillgelegten Forrellenaquarien, wo sich Wasserröhren und Hightech-Kabel ineinanderschlingen.

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Das unentwegte Plätschern des auf Augenhöhe vorbeifliessenden Schanzengrabens bildet einen eigentümlichen Kontrast zum Tun der zwei Künstlerinnen Anna Kanai und Martina Weber, die die neue Arbeit installieren und testen. Denn dabei hantieren sie mit einer Computer-Tastatur, die man selten ausserhalb eines Büro-Alltags antrifft, eigentlich nie jedoch auf Augenhöhe mit Fischen und Schwänen. Diese Intimität zwischen Hightech-Geräten und Wasser erstaunt immer wieder an Videotank, dem temporären Ausstellungsraum von Publiclab im Herzen Zürichs, den es nun schon seit fast zwei Jahren gibt. Zwischen den drei Schaufenstern der drei Forellenaquarien respektive Video-Bildschirmen befinden sich zwei Eisentüren, die auf die Hinterbühne führen. Dort sind noch vereinzelt Wasserschläuche und Wasserröhren in allen möglichen Volumina oder zum Beispiel ein Kanu-Padel zu finden, daneben aber vor allem DVD-Geräte, Computerkisten und Kabel, Kabel über Kabel. Anna Kanai muss etwas an einem der Computer richten und klettert in eines der Aquarien hinein und man kann nur staunen, wie sie wieder hinausfindet.Tuer.jpgWährenddessen gehen Geschäftsleute vor den Aquarien durch und einer erinnert sich und erzählt dem Kollegen von einer früheren Arbeit; dass man sich auf den Bildschirmen selber habe sehen können (die erste Arbeit To spout a trout, die 2006 lief). Dann steht Kanai vor einem der Bildschirme und will das System starten und weiss zunächst das Passwort nicht mehr – sonst eigentlich ein typischer Moment, sich vom Automaten einen Kaffee zu holen und es sich auf dem Büro-Stuhl bequem zu machen. Auch Martina Weber kann zuerst nicht helfen und so wird stehend getüftelt, während wieder Passanten höflich sich vorbeischlängeln. Dann ist das Passwort wieder zur Hand und nun geht es an den andern Bildschirm, nun Weber davor, mit der Tastatur in der Hand, Kanai muss wieder hinten etwas richten – aber auch im feucht-klammen Grey Cube der Unterführung kommt man langsam vorwärts und siehe da, nach einer halben Stunde läuft alles – fast alles, aber nun überlassen wir das Publiclab-Team bis am nächsten Freitag wieder sich selbst und seinem Zwischenreich von Bytes- und Wasserströmen. Genaue Adresse siehe http://www.publiclab, „Lichtbild-Leerbild“.WebKanai_3.jpg
Kanai_2.jpgKanai3.jpgStartbildMac.jpg
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Publiziert von Admin Deutsch am 03.09.2007 17:03 in Hingehen


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