10.05.2007

Taktischer Klanggarten in Zürich

Dieser Tage winkt wieder einmal dorkbot swiss mit einer Einladung nach Zürich – und zwar mit einem ganz besonderen Angebot: Sozusagen passend zur Saison soll nämlich die Kunst der taktischen Klanggärtnerei zu erlernen sein.
Das muss natürlich neugierig machen!


Schliesslich würde man „Sound Gardening“ erst einmal mit eher bukolischen Bespielungen von Grünflächen assoziieren – dem Wind in den Weiden, zwischen die man eine Äolsharfe gehängt hat oder, um’s viellleicht mehr in Richtung Gegenwartskunst zu treiben, ein wenig elektronischem Gezwitzscher, das den Nachtigallen Konkurrenz machen darf.
Nun wissen wir aber schon von Andres Bosshard, dass sich Konzepte der Klanggärtnerei durchaus auch im Stadtraum fruchtbar machen lassen. Und zwar nicht etwa schlicht als eine Art akustische Verkehrsinselverschönerung, sondern im Sinne einer durchdachten Klangökologie.
Man kann die (Sound-)Schraube aber auch noch ein Stückchen weiter drehen bzw. pitchen und eben tatsächlich fragen, wie sich die Beackerung von Soundscapes im urbanen Raum mit taktischen Medien vornehmen lässt, welche Werkzeuge und welche Strategien sich hierfür entwickeln lassen.
Mehr dazu, und vor allem: was man sich praktisch hierunter vorstellen kann, wird nun beim aktuellen dorkbot-Treffen in Zürich zu erfahren sein, das am Freitag (11.05.07) um 20:00 Uhr wie immer im Walcheturm stattfindet.
Und zwar von Marc Shepard, der hier sein Projekt „Tactical Soundgarden“ sowie das zugehörige „Tactical Soundgarden Toolkit“ vorstellen wird.
Menschen mit eingehenderem Interesse an der taktischen Klanggärtnerei sollten sich allerdings idealerweise etwas mehr Zeit reservieren: Am Freitag Nachmittag gibt Shepard nämlich zuvor schon einen Vortrag zum Thema an der HGKZ (natürlich am Studienbereich Neue Medien snm, Details dazu auch auf dem Flyer auf den dorkbot swiss-Heimseiten) und am Samstag (12.05.07) dann sogar noch einen vertiefenden Praxis-Workshop dazu.
Wie schon einleitend geschrieben: Das Ganze kommt doch gerade recht zum ersten Höhepunkt der Gartenarbeits-Saison. Wobei: Die taktische Klanggärtnerei wohl keine Jahreszeiten braucht, sie kann sozusagen bei (fast) jeder Witterung betrieben werden. Und möglicherweise ist gerade ein schwieriges Klima – was man ja nicht unbedingt mit Metereologie assoziieren muss – für sie erst recht ein Ansporn, so richtig aufzublühen?
(((PS: Wie so oft von unterwegs und diesmal unter für Logbucheinträge suboptimalen Konditionen – weshalb ausgerechnet der Eintrag über die Saat- und Hegestrategien, die frisches Grün in die urbanen Soundscapes bringen können, ohne Bildchen und damit graue Textwüste bleiben muss. Aber wir wissen ja: Unter dem Pflaster blüht der Strand und unter dem Asphalt keimen die Rhizome..)))



Publiziert von Admin Deutsch am 10.05.2007 08:33 in Hingehen




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