11.04.2007

vom shelf life zum shell life?

Zum Nachdenken über Digitales gehört es hin und wieder auch, über den Bildschirmrand hinaus auf andere Mediengalaxien zu schauen. Zu überlegen, wie sich diese unter dem Einfluss der Computertechnologie verändert haben und welche Konsequenzen das hat.


Gelegenheit dazu bietet der heutige Abend im Basler [plug.in].
Dort werden sich nämlich der Grafik-Designer Ruedi Baur, seines Zeichens Professor an der HGKZ Zürich und ebendort Leiter des Instituts Design2context und der Künstler Christian Philipp Müller, dessen Karriere einst mit einer Ausbildung zum Schriftsetzer begann, über“Zeit, Wert und Geschmack im Zusammenhang mit Typografie vor dem Hintergrund der Veränderungen, den der Computer als Werkzeug mit sich gebracht hat“ unterhalten. So verspricht es jedenfalls die Ankündigung.

Einen denkbar würdigen Rahmen für dieses Unterfangen bietet natürlich Müllers aktuelle Ausstellung „passé immédiat„, von der an dieser Stelle ja bereits angelegentlich einer vorausgegangenen Veranstaltung in derselben Reihe etwas zu lesen war. [Und wer noch mehr erfahren möchte, dem sei wärmstens der Artikel empfohlen, den Kollegin Huszai aka general stumm in der Nachbarschaft bei clickhere veröffentlicht hat.]

Denkbar glücklich ist übrigens auch der Titel des Gesprächs gewählt: „Self Life“. Nun könnte man zwar voreilig meinen, dass sich dieser allein auf die Ära des Gedruckten bzw. die gern mit Schwanengesängen bedachte Gutenberg-Galaxie bezieht – während sich die Typo-Graphie des Computerzeitalters mehr auf der Ebene von Unix-, DOS- und anderen Shells abspielt.

Just vor Ort lässt sich jedoch auch besichtigen, wie gut es ist, dass die meisten Menschen noch ein paar Bücher und vor allem auch das eine oder andere vielleicht etwas voreilig ausgeräumte Regal dazu behalten haben. In jenen, die im [plug.in] stehen, tummeln sich bekanntlich derzeit jede Menge mehr schlecht als recht erhaltene Vertreter der Generation C. Vom „Shelf Life“ zum „Shell Life“ – und zurück…

[Bildchen: Tatsächlich hatte sich miss.gunst bei der Lektüre der Veranstaltungsankündigung erst einmal verlesen und – die Rechner-, Monitor- und Printerkolonnen im [plug.in] vor dem geistigen Auge – „Shell Life“ buchstabiert. Der in diesem Fall leider scheiternde Druckbefehl soll natürlich nicht als pessimistische Prognose verstanden werden, was den Weg vom B to C and back again betrifft. Ihre Existenz verdanken die Akteure des Schauspiels im Übrigen wieder einmal der digitalen Enzyklopädie, also der Wikipedia – in diesem Fall einer prächtigen japanischen Auster, vom niederländischen Nutzer GeraldM unter GNU bereitgestellt, sowie einer Familie isländischer Miesmuscheln, die ebendort und ebenfalls unter GNU sowie cc-by-sa lizensiert sind. Obwohl es kurioser Weise keinen namentlich genannten Autor gibt.]



Publiziert von Admin Deutsch am 11.04.2007 12:43 in Hingehen


Keywords: [Wikipedia]


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