05.04.2007

Mars Attracts

mm_kc0.gifAuch wenn die Wahrscheinlichkeit, dort grünen Männchen zu begegnen, mittlerweile wohl gegen Null gerechnet wird: Der Rote Planet hat bis heute nichts an Anziehungskraft eingebüsst.
Wenn man allerdings kein von der NASA konstruierter Roboter ist, stehen die Chancen eher gering, dort selbst einmal ein wenig Staub aufwühlen zu dürfen. Doch zum Glück gibt es attraktive Alternativen.


Die naheliegendste ist es natürlich immer, im Kopf auf Reisen zu gehen. Und was Weltraumfahrten betrifft, kann man sich da problemlos einschlägige Anregungen aus Science Fiction holen.
mm_gk2.gifDass in dieser literarischen Gattung auch der Mars eine promimente Rolle spielt, wundert wenig. Und wenngleich eine der prominentesten Geschichten, H.G. Wells „Krieg der Welten“ (1898, von Orson Welles in ein Hörspiel verwandelt, mehrfach verfilmt und letztlich auch die Inspiration für neuere Streifen wie Tim Burtons „Mars Attacks„) die Marsianer auf die Erde schickt, gibt es schon auch weidlich Phantasien in der umgekehrten Direktion. Also Erde gen Mars.
1897 beispielsweise veröffentlichte Kurd Laßwitz – nach dem heute sogar ein kleiner Himmelskörper benannt ist – seinen Roman „Zwischen zwei Planeten„, in dem es um einen Besuch bei den Marsbewohnern geht.
Und in den 1960er und 1970er Jahren – der Hochzeit der Raumfahrt – hat es dann zeitweise so ausgesehen, als würde so mancher Science Fiction demächst sogar Wirklichkeit werden können. Idealerweise natürlich à la „Star Trek„- oder „Raumpatrouille Orion„. Immerhin war man ja schon bemannt auf dem Mond gelandet, und 1970 hatte es eine sowjetische Sonde auf den Mars geschafft. Also hopp!
mm_gk3.gifBei Digital Brainstorming beginnt heute abend – im Basler [plug.in] als erste Station – eine kleine Reihe von Veranstaltungen; die direkt in diese heroische Zeit entführt. Mit von der Partie sind der Mathematiker und Weltraumexperte Bruno Stanek sowie der Jazzer und Elektro-Pionier Bruno Spoerri. Die beide zwar aus naheliegenden Gründen selbst bis heute nicht vor Ort gewesen sind – aber zu denen gehörten, die in den 1970ern heftig von Marsreisen träumten. Und 1972 aus diesem Anlass eine Langspielplatte produzierten, die programmatisch „Bitte Mars einfach 1. Klasse“ hiess und einen solchen Trip eben wenigstens akustisch imaginierte.
Wenn die beiden heute (sowie am 10.04. im Kornhausforum Bern und am 11./12.04. im Zürcher Walcheturm) über alte Zeiten berichten, in denen die Zukunft greifbar nahe lag und dabei auch einige Schätze aus ihren Archiven auspacken, wird das sicher nicht nur spannend werden, sondern auch einige einschlägige Anregungen für eigene Reisetätigkeiten vermitteln.
Angesichts der reinen Herrenrunde auf dem Podium – die erst mal das Vorurteil zu bestätigen scheint, dass wie auch immer imaginäre Trips zum Mars nur von einer Hälfte der Menschheit bestritten würden – kann sich miss.gunst indes nicht verkneifen, darauf zu verweisen, dass die erfolgreicheren Missionen in Richtung des Roten Planeten bislang von Damen unternommen wurden.
mm_gk5.gifNicht nur gelang es bekanntlich der Schweizerin Catherine Elise Müller bereits im 19. Jahrhundert auf eindrucksvolle Weise, die Kommunikation mit MarsbewohnerInnen aufzunehmen. Schon seit einigen Jahren gibt es sogar eine Galerie auf dem Mars, die von den beiden Hamburger Künstlerinnen Claudia Reiche und Helene von Oldenburg betrieben wird. Wo, wie die fleissige Registratur am Eingang belegt, bereits mehrere Milliarden Besucher waren.
Na also: Vielleicht sollten die Kollegen dort gelegentlich mal schauen gehen, wie man gute diplomatische Beziehungen zu fernen Planeten aufbauen kann…
[Bildchen: Entstanden unter dankbarer Verwendung diverser Spolien aus dem Wikipedia-Weltraum, namentlich aber des dort vorhandenen Hubble-Marsporträts. Zur Feier des Tages fabriziert, da noch ganz fumettoinfiziert.]



Publiziert von Admin Deutsch am 05.04.2007 10:55 in Hingehen, Sehen


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