26.03.2007

Smartvote – Wahlhilfe vom Internet

In verschiedenen Kantonen der Schweiz stehen demnächst wieder Wahlen an – und Wahlen sind natürlich Pflichtstoff für die Medien. Dass das Internet in Sachen Politik mehr kann, als eine Werbeplattformen für Parteien und bloggende Bundesräte bereit zu stellen, beweist die Seite von Smartvote. Sie ermöglicht eine neuartige und individuelle Recherche unter den Kandidaten und könnte die Parteien ins Schwitzen bringen.

Im Prinzip ist es ganz einfach: Alle Kandidatinnen und Kandidaten und auch alle Parteien haben ein Profil, das aufgrund ihrer Antworten zu einer Reihe von aktuellen Fragen aus der Politik erstellt wird. Die Wähler tun im Prinzip dasselbe und eine Auswertung der Daten zeigt dem Benutzer, welche Kandidaten zu ihm passen. Der Schreibende hat die Probe aufs Exempel gemacht und dabei zwei interessante Feststellungen gemacht:

smartspider.png

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 
Netterweise gibts eine Version für Leute mit weniger und eine für Leute mit etwas mehr Zeit. Zweitens ist das Resultat nicht so ausgefallen, wie ich es erwartet hatte: Konkret – ich wähle traditionellerweise Partei X und habe feststellen können, dass auch Kandidaten der Partei Y zu mir passen würden. Also – man lasse sich überraschen.

Hinter dem Projekt stehen eine Reihe von Wissenschaftern von Schweizer Unis und Fachhochschulen, mit dabei auch der Politologe Andreas Ladner, der in diesem Projekt ein grosses Potential sieht. „Wenn die Leute ihre Entscheidungen aufgrund des Verhaltens von Politikern und nicht aufgrund ihrer Sympathien zu Parteien treffen, könnte es eng werden für die Parteien.“ Man ist versucht zu ergänzen: Noch enger. Denn die politischen Parteien spielen längst nicht mehr jene Rolle, die sie vor 20 oder 30 Jahren innehatten.

Man täusche sich aber nicht: Die Plattform Smartvote spricht informierten, zeitungslesenden Zeitgenossen an. Beispiel für eine Frage, welche die User beantworten müssen: „Soll der Kanton bei Unternehmen, die von öffentlichen Aufträgen profitieren, die Lohngleichheit zwischen Mann und Frau regelmässig überprüfen können?

Hier gebührt den Initianten allerdings auch ein Kompliment: Sie haben sich Mühe gegeben, einfache Frage zu stellen. Beispiel: „Empfinden Sie die Steuern im Kanton Zürich als zu hoch?“.

http://www.smartvote.ch/



Publiziert von Dominik Landwehr am 26.03.2007 14:47 in Mitmachen


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