07.02.2007

Internet-Archäologie

iae_k.gifKann sich etwas, das erst einmal immateriell scheint, in Schichten schichten? Lässt sich dann in solchen Sedimenten wühlen? Und findet man auf diesem Wege etwas, das Auskunft übervergangene Zeiten und Kulturen gibt?


Ja, das ist möglich. Sagt jedenfalls einer, der es wissen muss. Alf Hofstetter bezeichnet sich nämlich als Internet- bzw. Webarchäologe. Und verspricht an einem Vortragsabend, der im Rahmen der aktuellen Ausstellung von Christian Philipp Müller im Basler [plug.in] stattfindet, eine sachkundige Einführung in sein Fachgebiet zu geben.
iea_g.gifLetztere, also die Ausstellung, heisst „passé immédiat“ und ist eine Extension der seit dem 19. Januar laufenden Schau im Museum für Gegenwartskunst namens „Basics„, welche ebenfalls einem mediengeschichtlichen Thema gewidmet ist. Dort allerdings der guten alten Gutenberg-Galaxie, insofern es um die Papierherstellung geht, die bekanntlich das St. Alban-Rheintal in früheren Zeiten prägte.
Im [plug.in] hingegen stapelt sich derzeit der Apparate-Schrott aus der jüngsten Vergangenheit des Computerzeitalters zu eindrucksvollen Höhen bzw. Schichten. Erstmal natürlich sehr material und ergo auf den ersten Blick klassische archäologischen Methoden nahelegend.
Nun ahnen mittlerweile wohl auch sonst eher Technikabstinente, dass es bei PCs, Laptops, Druckern nicht allein mit einer Untersuchung der Gerätschaft getan ist, wenn man ihren ehemaligen Funktionen auf die Spur kommen will. Beriebssysteme, Treiber gehören schliesslich gleichfalls dazu. Und ganz ähnlich verhält es sich eben auch mit dem WWW und den dort lagernden Dokumenten. Die brauchen neben den eigenen Basisdaten nämlich den passenden Browser, die richtigen plugin-Generationen und so weiter, wenn man ihrer ansichtig werden will.
Kurzum: miss.gunst jedenfalls, die sich selbst seit einigen Jahren – nachgerade: notgedrungen – mit diesem Fachgebiet befasst, kann an dieser Stelle nicht nur allgemein einen Besuch der aktuellen Ausstellung empfehlen. Sondern gleichfalls wärmstens anraten, auch das zugehörige Rahmenprogramm wahrzunehmen.
Wie beispielsweise eben den Abend mit Alf Hofstetter zur Internet-Archäologie. Am Donnerstag, den 08.02.2007 um 20:00 Uhr im [plug.in].
[Bildchen: Zeigt das Ergebnis von zartem Schaben an der ersten der Schichten, auf die man bei der Webarchäologie für gewöhnlich stösst…]



Publiziert von Admin Deutsch am 07.02.2007 08:59 in Hingehen




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