07.02.2007

Der Buchstaben-Aladin Johannes Gees unter der Dreikönigsbrücke

gees_1.jpgAm kommenden Freitag, 9. Februar, 18 Uhr, wird der Zürcher Künstler Johannes Gees den temporären Kunstraum „videotank“ unter der Zürcher Dreikönigsbrücke mit der Laser-Installation „drown“ eröffnen respektive wiedereröffnen: Im letzten Halbjahr war an diesem abgeschiedenen Ort im Zentrum Zürichs schon die interaktive Videoinstallation „to spout a trout“ von www.publiclab.ch zu sehen. Auch Gees wird mit Video arbeiten: Sequenzen der nächtlichen Projektionen werden tagsüber in den schon jahrzehntelang stillgelegten Aquarien abgespielt, dort, wo einst in den goldenen 70ern Forelle, Trüsche und Karpfen schwammen. Die Unterführung unter der Dreikönigsbrücke ist ein Underground-Ort. Eine frühere Laserprojektion fand hoch oben in den Bergen statt.


„drown“ ist das jüngste Glied in einer Aktions-Reihe von Gees namens „Interfacing Landscapes“. Die spektakulärste Aktion fand im November 2005 im Bergell statt. Keine Zürcher Brücke über dem Kopf, sondern der Bündner Abendhimmel, kein Baur au Lac quer gegenüber, sondern kantige Bergmocken rund um den Albigna-Staudamm. Irgendwann, als es zum Projizieren fast schon zu dunkel war, kam der Nebel vom Bergeller Tal heraufgekrochengees_drown.jpgund machten Gees und seinem technischen Partner Jean-Michel Hartog einen Strich durch die Rechnung. Geplant war, die letzte verbleibende halbe Stunde vor der Talfahrt für Laserprojektionen auf den Stausee zu verwenden, aber innert Sekunden waren selbst die Umrisse des Sees nicht mehr zu sehen. Aber dann erwies sich der Nebel als eine ganz eigene Projektionsfläche. Wobei, eben nicht Fläche, sondern Raum: Die Laser-Projektionen befanden sich nicht mehr irgendwo da unten in der Ferne auf der Oberfläche des eisigen, pechschwarzen Sees, sondern rund um Gees und sein Team, unmittelbar vor deren Augen und Kameras. Gees projiziert meist Worte, Ausdrücke oder Sätze, so wird es auch am Freitag unter der Dreikönigsbrücke sein. Auf dem Albigna-Stauwehr konnte man plötzlich von A zu L zu B zu I zu G zu N zu A wechseln, eine postmoderne Feier des Schriftlichen ohnegleichen. Die Lettern waren Umwelt geworden – visuell berauschend, physisch klamm.
Nähere Informationen zur Vernissage von „drown“ am 9. Februar unter www.publiclab.ch.
Fotonachweis: Johannes Gees, Mit seiner freundlichen Genehmigung hier verwendet.



Publiziert von Admin Deutsch am 07.02.2007 20:09 in Hingehen


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