19.11.2006

Über den massiven Suisa-Holztisch gezogen?

Domizil ist ein Kleinstverlag für elektronische Musik und der wollte es kürzlich von der Suisa, der Schweizerischen Gesellschaft für die Rechte der Urheber musikalischer Werke, genau wissen: Wie ist es möglich, die eigene Musik und diejenige gleichgesinnter Bekannter auf der eigenen Netzplattform www.domizil.ch zum Gratis-Download anzubieten – ohne dass die eigene Verwertungsgesellschaft dafür Gebühren einfordert? Gebühren notabene, die bei einem Gratis-Download ja nicht so richtig in die Kalkulation passen wollen.

Die Antwort erreichte Domizil, das rund zehnjährige Zürcher Musiklabel, am 17. Oktober dieses Jahres, und ist, wen erstaunt es, so freundlich-korrekt wie negativ: Suisa sieht sich ausserstande, keine Gebühren zu erheben. Domizil-Mitglied Marcus Maeder berichtet auf dem Blog des Vereins „Digitale Allmend“ anschaulich und sichtlich nicht ohne Vergnügen von den zähen Verhandlungen am massiven Suisa-Holztisch. Man sollte den Bericht als kleines Musterexemplar für zukünftige Forschungen in eigener Sache hochhalten, denn wir alle, die wir im Netz was auch immer publizieren, könnten ähnliche Probleme haben oder noch bekommen. So frage ich mich schon länger, warum die Verwertungsgesellschaft Pro Litteris Online-Texte – so zumindest mein letzter Wissensstand – nicht vergütet. Weil sie genau die dafür nötigen Gebühren nicht erheben will (kann?), mit denen die Suisa Domizil kujoniert? Dumme Fragen vom Vorabend eigener Nachforschungen, darum zurück zu Domizils Anliegen: Ein Kommentar auf Maeders Blog-Eintrag erlaubt zu hoffen, dass Holztisch-Suisa mit ihrem strikten Nein auf eben einem solchen -weg sein könnte: Gemäss des Kommentators „Gunnar“ gibt es Verwertungsgesellschaften, „bei denen man nicht alle seine Werke registrieren muss und auf diesem Wege die Freiheit hat, einzelne Werke von der Verwertung auszunehmen.“



Publiziert von Admin Deutsch am 19.11.2006 14:12 in Lesen


Keywords: [Elektronische Musik] [Gesellschaft]


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