13.10.2006

Wissenswertes über DRM

drmi_k.gifDRM steht als Kürzel für…? Genau: „Digital Rights Management„. Jedenfalls ist das die erste Übersetzung, die den meisten spontan in den Sinn kommen dürfte.
Klingt erst mal nach weiser Verwaltung der Rechtsverhältnisse im Umgang mit digitalen Medien und ergo auch mit Apparaten, die für die Herstellung, Speicherung, Übertragung und Wiedergabe entsprechender Daten zuständig sind.
Dass die allerdings nicht ganz unproblematisch ist, dürfte sich mittlerweile ebenfalls herumgesprochen haben.
Und genau deshalb gibt es jetzt auch eine Webseite, die diese Gemengelage etwas genauer ins Auge fasst.


Sie heisst – wie praktisch – drm.info. Was sich denkbar leicht merken lässt.
Allerdings wird das bekannte Kürzel hier, huch, etwas anders übersetzt. Nämlich in: „Digital Restrictions Management“.
Zu gut Deutsch: Verwaltung digitaler Beschränkungen.
Und dieser Sprung kommt natürlich nicht von ungefähr zu Stande.
Denn die eher spektakulären Fälle, in denen frohegmute Käufer von Tonträgern feststellen mussten, dass sie sich mit der heissen Scheibe gleich ein virales System ins Haus geholt hatten, stellen lediglich die Spitze eines Eisbergs dar, der künftig wohl noch viele Menschen gehörig frösteln lassen wird. Und zwar mitnichten nur jene, die DRM offiziell das Fürchten lehren bzw. denen es das schnöde Handwerk legen soll: Illegal operierenden Hackern, Kopierern, Plagiatoren.
drmi_g.gifMal abgesehen davon, dass je nach bereits bestehender bzw. sich weiter entwickelnder Gesetzeslage auch schon die Anfertigung von privaten Sicherungskopien ordnungsgemäss erworbener CDs, DVDs oder Programme aus braven Bürgern böse Gesetzesbrecher machen kann (Wie meinen? Auch teure Scheiben leben manchmal nicht länger als fünf Jahre? Also bitte: Wenn Sie ein Joghurt oder eine Flasche Schampus kaufen, wollen sie die ja auch nicht später noch ihren Kindern vererben können, oder?): Eine ganze Reihe der bislang entwickelten DRM-Massnahmen hat wenig schöne Nebenwirkungen, die zudem nicht in der Packungsbeilage angegeben sind.
Dass ein teures Gerät dann nicht alles leistet, was es technisch betrachtet eigentlich könnte oder können sollte, gehört da noch zu den harmloseren Fällen.
Nicht nur Verbraucher- sondern auch Datenschützer melden da berechigte Bedenken an.
Über solche Probleme – also die Nachtseite des „Digital Rights Managements“ – umfassender zu informieren, verspricht das besagte drm.info-Projekt:

„DRM betrifft Sie. Sie kennen es vielleicht als “Digital Rights Management” / „Digitales Rechte-Management“ (DRM) oder als “Technological Protection Measures” / „Technologische Schutzmassnahme“ (TPM). Diese Begriffe beziehen sich auf die von DRM-Befürwortern vorgegebene Verwendung von und Rechtfertigung für Digitales Restriktions-Management. Sie verstecken aber, was die Technik letztlich immer tun muss, um diese Ziele zu erreichen: Die Durchsetzung der Interessen Dritter gegenüber dem Benutzer eines Computers oder anderen Geräts — mit oder ohne dessen Einwilligung.
DRM.info hilft zu verstehen, wie DRM das persönliche Leben und die Gesellschaft in der wir leben, beeinflusst.“

Ob man sich die Bedenken zu Herzen nimmt oder nicht, bleibt ja erst einmal jeder bzw. jedem selbst überlassen.
Inwieweit man zukünftig überhaupt die Möglichkeit haben wird, frei darüber zu entscheiden, wieviel Einfluss man DRM über das „das persönliche Leben und die Gesellschaft in der wir leben“ zubilligen will, steht freilich auf einem anderen Blatt.



Publiziert von Admin Deutsch am 13.10.2006 00:36 in Nachdenken


Keywords: [Gesellschaft] [Kinder] [Wikipedia]


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