06.09.2006

Videokunst auf Wasserspiegel-Höhe

schwimmennacht_01.jpgSeit Ende August sind die stillgelegten Forellenaquarien unter der Zürcher Dreikönigsbrücke, wieder von Leben erfüllt, digitalem Leben, eingehaucht von der Videokünstlerin Anna Kanai und ihrem Team publiclab. Die Screens der interaktiven Videoinstallation „video tank – to spout a trout“ sind hinter dem Panzerglas der einstigen Aquarien des Schanzengraben wohl versorgt und daher rund um die Uhr in Betrieb.


Ansichtfloating_02.jpgWo heute die Passanten das eigene Konterfei von Fischen oder anderen Passanten überblendet erleben können, schwammen 1973 für kurze Zeit echte Fische – und zwar genau jene einheimischen Fischarten, die im Schanzengraben zu finden sind: Forelle, Trüsche, Alet, Aal und wie sie alle heissen. Kanai möchte mit ihrer dreimonatigen Installation auf den Ort aufmerksam machen, denn sie verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: Die Forellenaquarien sollen als permanenter Kunstraum, als Mini-Videokunst-Museum, auch nach dem Ende von „video tank“ weiter genutzt werden. Die Verdoppelung des Elementes Wasser, im Rücken der Betrachterin leise plätschernd oder glucksend und seine Feuchte verströmend, auf den Bildschirmen digital, sehr fern und dann durch die Begegnung mit dem in Echtzeit wiedergegebenen eigenen Konterfei doch wieder sehr unmittelbar gegenwärtig: Diese Spannung zwischen realer und virtueller Anwesenheit gehört zu den Reizen der meditativen Arbeit. Unbedingt erlebenswert, ideal für eine Lunch-Pause mit Blick aufs Baur au Lac. Nähere Angaben unter www.publiclab.ch und für mehr Hintergrundinformation www.clickhere.ch.



Publiziert von Admin Deutsch am 06.09.2006 10:27 in Hingehen


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