04.09.2006

ElektroShopping und -Dropping

sosae_k.gifGeben und Nehmen sollten theoretisch gut zusammengehen, praktisch ist es um die Relationen zwischen beiden Gesten nicht immer so gut bestellt.
Um so besser, wenn die Dinge gleich von vorherein so zusammengebracht werden, dass man eins mit dem anderen gut verbinden kann. Wie aktuell im Basler [plug.in].


Dort eröffnet nämlich diesen Donnerstag (07.09.) um 20:00 Uhr der ElektroShop – und wie der Name schon ahnen lässt, kann man dort Dinge kaufen.
Natürlich nicht irgendwelche, sondern solche, die mit Programm und Programmatik des Medien- und Kunst-Ortes engstens zusammengehen: Neben Büchern, Zeitschriften, CDs und DVDs zu einschlägigen Themen umfasst das ElektroShop-Sortiment auch schicke Gadgets und KünstlerInnen-Editionen. Und damit die richtige Shopping-Atmosphäre aufkommen kann, gibt es gleich auch den entsprechenden Rahmen dazu, Fliessband und klingelnde Kasse inklusive.
sosae_g.gifGeben darf man im [plug.in] derzeit aber nicht nur Geld und auch nicht nur, um einen materiellen Gegenwert mit nach Haus zu nehmen.
Aktuell ist nämlich auch ein Aufruf ergangen, eifrig ElektroDropping zu betreiben – also Elektroteile aller Art in die Räume am Rheinufer zu tragen.
Im Hintergrund steht dabei ein (Ausstellungs-)Projekt, das der in New York lebende Schweizer Künstler Christian Philipp Müller im kommenden Frühjahr – parallel zu seiner Schau im Museum für Gegenwartskunst – im [plug.in] realisieren will:

Liebe Freunde von [ plug.in ]
Für ein neues Projekt, das Christian Philipp Müller für [ plug.in ] entwickelt, sammeln wir diverse alte Geräte: Computer, Laufwerke, Festplatten, Modems, Drucker, Scanner, aber auch Disketten jeden Formats, die ihr nicht mehr gebrauchen könnt, oder uns für die Dauer der Ausstellung (18. Januar bis 15. April 2007) kostenlos ausleihen mögt, nehmen wir gerne entgegen.
Besonders freuen wir uns, wenn ihr zum Gerät noch eine Geschichte mitliefern könnt.
Kontakt: cpmueller@iplugin.org
Herzlichen Dank fürs Mithelfen!
Annette Schindler Christian Philipp Müller

Damit ist folglich – quasi aufbauend auf den ElektroShop, bei dem man Geld gibt und dafür Dinge bekommt – die Möglichkeit eröffnet, gleich in Sachen Geben und Nehmen weiterzumachen, und zwar in einer etwas avancierteren Gangart des Tauschprinzips: Ein materielles Geschenk, das für den oder die GeberIn möglicherweise keinen Gebrauchs- noch Geldwert mehr hat, wird gleichsam transformiert – und damit ein kultureller Mehrwert erzeugt, dessen schliesslich auch die SpenderInnen wieder teilhaftig werden können.
Und mindestend das wäre doch selbst für weniger selbstlos Gesonnene ein guter Grund, dazu beizutragen, dass Christian Philipp Müllers geplantes Projekt realisiert werden kann und die Ausstellung gelingt.
Oder nicht?
[Bildchen: Ist dezidiert kein ElektroSchrott – sondern wären beides (!) wohl eher feine Kandidaten für den ElektroShop. Sind nämlich zwei Sonnensänger von Uwe Schüler, wie er derzeit beim aktuellen HOME MADE-Workshop in Zürich selbstgebastelt werden kann.]



Publiziert von Admin Deutsch am 04.09.2006 19:57 in Hingehen




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