09.08.2006

Das „Poème électronique“ in Basel nacherleben

varèse_generator.4.jpgIm Rahmen der Edgar Varèse-Ausstellung im Basler Museum Tinguély findet sich eine Installation zum Poème électronique. Le Corbusier und Varèse haben dieses Ur-Werk der Medienkunst zusammen für die Brüsseler Weltausstellung von 1958 produziert. Im ursprünglichen Pavillon waren rund 350 Lautsprecher installiert, in der Basler Ausstellung lassen sich die Lautsprecher in dem separaten Raum zwar an einer Hand abzählen, aber die Installation ist auch in dieser Minimalversion schlicht überwältigend.


varese_Poeme_1.jpgVarèse hat die Musik mithilfe neuster Philips-Technologie komponiert und Tonbänder verwendet. Die werten Leserinnen und Lesers dieses Blogs, die sich zu einer Reise nach Basel entschliessen, werden dort also in die Anfangszeiten einer Technologie versetzt, deren Ende just am Anfang dieses Blogs bekräftigt wurde (siehe dazu den Blog-Beitrag vom 19. Juni vom sternenjaeger). Varèses Musik ist in Basel kombiniert mit einer Rekonstruktion der Bilderfolge von Le Corbusier zu erleben, wie sie in Eindhoven bei Brüssel wahrscheinlich einst zu sehen war.
Die Ausstellung läuft nur noch bis 27. August, die Zeit drängt also! Zur Vor- oder Nachbereitung sei die kleine Schrift „Edgar Varèse und das Poème électronique, Eine Dokumentation“ mit Texten von Dieter A. Nanz und Peter Révai empfohlen: Edgar Varèse und das Poème électronique, Eine Dokumentation. Hg.v. Dieter A. Nanz. Basel: Paul Sacher Stiftung 2006. Zu beziehen über die Paul Sacher Stiftung oder direkt in der Ausstellung „Varèse – Komponist, Klang-forscher, Visionär“ im Basler Tinguély-Museum.
Bildnachweis: Das Titelbild hat Cornelia Sollfranks Netzgenerator am 10. August 2006 auf http://nag.iap.de in Regie general stumms erschaffen, die Abbildung des Pavillon stammt von 1958, aus einer Zeitung der Ampex-Produzentin Philips.



Publiziert von Admin Deutsch am 09.08.2006 19:20 in Hingehen


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