06.08.2006

Wörterbuch des Krieges

wbk_ksw.gifEin Projekt, das leider nicht nur angesichts der jüngsten Kampfhandlungen im Libanon traurige Aktualität besitzt. Denn nach wie vor muss man konstatieren, dass die Menschheit insgesamt bis heute nicht gelernt hat, ihren Planeten in Frieden zu besiedeln. Irgendwo ist immer Krieg.


Die Schauplätze mögen dabei ebenso wechseln wie die Begründungen, mit denen Menschen zu rechtfertigen versuchen, warum es angeblich mal wieder unabdingbar ist, in diesem Zuge Zerstörung und Tod über ihresgleichen zu bringen. Letztere allerdings weisen, mindestens in ihrem Vokabular, immer wieder Ähnlichkeiten auf.
Da kann es durchaus nahe liegen, sich die verbalen Geschosse einmal systematisch vorzunehmen und genauer anzuschauen.
wbk_g1.gifDas Wörterbuch des Krieges ist

„eine kollaborative Plattform zur Herstellung von Begriffen. 100 Begriffe zum Thema Krieg werden in vier öffentlichen, jeweils zweitägigen Veranstaltungen in Frankfurt, München, Graz und Berlin von Wissenschaftlern, Künstlern, Theoretikern und Aktivisten gebildet, präsentiert und veröffentlicht.“

Eine Definition, die – zumal angesichts der mehrfachen Wortwiederholungen – ebenso hilflos wirken mag wie Worte überhaupt angesichts der Macht des Faktischen.
Widerständigkeit beginnt jedoch im Kopf und hat dort ihre letzte Zuflucht, wenn es für das Handeln keine Möglichkeitsräume gibt.
Als Denkanstösse sind die Beiträge, die in bislang zwei Veranstaltungsstationen – Frankfurt am Main und München – gesammelt wurden und nun im WWW in Form von Video-Clips online zur Diskussion gestellt werden, daher allemal geeignet.
An der Tatsache, dass Menschen schier unglaubliche Mengen an Energie, Intelligenz, Kreativität, Erfindungsgabe, Geld aufzubringen bereit sind, wenn es darum geht, ihresgleichen möglichst effektiv zu unterdrücken, zu quälen und zu töten, werden sie wohl wenig ändern können. Aber gerade deshalb und insofern wegschauen – nicht(s) sehen, nicht(s) hören, nicht(s) sagen – auch keine Alternative ist, bleibt die Auseinandersetzung mit und in Worten noch die beste Möglichkeit, sich und andere mit dieser Tatsache zu konfrontieren [sic].



Publiziert von Admin Deutsch am 06.08.2006 15:15 in Nachdenken


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