17.07.2006

Nicht die Software, höchstens ihre Autoren sind zu fürchten

foto_alexander.jpgDie amerikanische Medienkünstlerin Amy Alexander hat in ihrem Vortrag im Rahmen der Zürcher Veranstaltung Digital Art Weeks über Software und die Angst vor der Diktatur des Maschinellen und Programmierten nachgedacht. In Zusammenhang mit Google lautet Alexanders Botschaft: Man soll sich vor Google nicht fürchten, weil hier Informationen von Maschinen sprich Algorithmen geordnet und hierarchisiert werden. Man soll sich vielmehr höchstens davor fürchten, dass diese Algorithmen in Wahrheit ganz subjektiv, von Menschen aus Fleisch und Blut, ausgedacht und geschrieben wurden.


Ihr Kunstprojekt SVEN (Surveillance Video Entertainment Network), eine spielerische Simulation von Videoüberwachung, liefert zu dieser Botschaft die Veranschaulichung: Alexander hat zusammen mit Programmierern eine Videoüberwachungssoftware entwickelt, die nicht nach Kriminellen, sondern nach Rockstars Ausschau hält, mit anderen Worten: Software tut brav, was immer wir wollen, was sie tut. Amy Alexanders Projekt nachzuvollziehen heisst einen leicht verschobenen, einen humoristischen Blick auf das schon lange boomende Video-Überwachungs-Thema zu haben, das ist ein erfrischendes kleines Lehrstück in Sachen Medienkompetenz- trotz der Sommerhitze, in der letzte Woche im Rahmen der Digital Art Weeks Alexanders Performance nur zu erleben war.
Zum Bild: Die SVEN-Software erstellt kleine Videos von Passanten, die sich sogleich als „Rockstars“ erleben können wie hier, am Zürcher Standort der Performance in der Nähe des Escher-Wyss-Platzes. Fotografiert von Nicole Biermaier.



Publiziert von Admin Deutsch am 17.07.2006 10:55 in Lesen


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